Es sind nur noch wenige Tage, bis sich im Palais des Nations am Genfer See die Außenminister wieder an den Verhandlungstisch setzen. Die dreiwöchige Pause in den Ost-West-Beratungen ist Montag verstrichen.

Vieles wird zunächst sicher so sein, wie bei der ersten Konferenzphase, die 41 Tage währte. Es werden die lauten Reden tönen, und es werden die Geheimberatungen eine Vielfalt von Spekulationen in aller Welt erzeugen.

Auch wenn die drei westlichen Außenminister sich hinter verschlossenen Türen zusammensetzen, werden sich die Journalisten wieder die Köpfe darüber zerbrechen, was wohl Bedeutendes hinter diesen Türen vorgegangen sei. Aber sie werden sich die Köpfe nicht mehr so gründlich und mit so großer Ausdauer zerbrechen wie das letzte Mal. Denn inzwischen hat ja einer von ihnen, der sehr zuverlässige Korrespondent der New York Herald Tribüne herausgefunden, daß die Karten, die die westlichen Chefdiplomaten an vier oder fünf Geheimberatungsabenden ausspielten, ganz schlichte Bridgekarten waren.

Häufig ist die Rede vom diplomatischen Spiel, und so mag denn auch das Spiel eine gute Schule (und Entspannung) für Diplomaten sein. Vom Fürsten Metternich, der gewiß ein großer Diplomat war, wissen die Historiker zu berichten, daß er morgens um neun Uhr, bevor er am Ballhausplatz zur Arbeit ins Kabinett ging, zusammen mit seinem engsten Vertrauten Gentz zur Freude der Kinder Seifenblasen aufsteigen ließ.

Dies ist eine Reihenfolge, die sinnvoll erscheint: Erst Seifenblasen, dann die Arbeit.

Wie gesagt, am Montag geht es in Genf wieder los... H. G.