hst, Niederhaverbek

Wenn ich Hamburg hinter mir habe, dann verlasse ich an der Auffahrt Bispingen die hannoversche Autobahn und fahre Richtung Behringen. Manchmal fahre ich auch langsam über die schlechte Straße nach Niederhaverbek. Und gelegentlich – wenn ich viel Zeit habe – übernachte ich in einem der ruhigen Gasthöfe abseits der Straße.

Den Wagen lasse ich an der Straße stehen, denn an den großen und kleinen Abzweigungen – überall stehen die rot-weißen runden Schilder: Gesperrt für Kraftwagen; gesperrt für Motorräder. Darunter schwarz auf weiß: Einschließlich Fahrräder mit Hilfsmotor. Und, grün auf weiß: Naturschutzgebiet. Ich gehe also zu Fuß zum Gasthaus – und frage den Wirt, ob er noch ein Bett frei hat. Und wenn ich bleiben kann, dann frage ich noch, ob ich den Wagen auf den Hof fahren darf. Wer Zufahrt hat, bestimmt der Wirt...

Vorige Woche fuhr ich wieder bis Niederhaverbek, stieg im "Heidekrug" ab und lief durch die sommerliche Heide, lief drei Stunden, ohne einen Menschen, geschweige denn ein Auto zu sehen. Ich legte mich ins Heidekraut und hatte Freude an dem blauen Himmel und den dunklen Wacholdersträuchern.

Fast wäre ich eingeschlafen. Aber ein Geräusch ließ mich wach werden, ein Geräusch – mir wohlbekannt – das mich vier Jahre lang immer und sofort hatte hellwach werden lassen: Panzer! Und auch die uralte, zweite Reaktion schoß mir sofort durch den Kopf: Eigene oder andere?

Nun – ich habe es nicht klären können. Ich bin ja nicht mehr im Fach – vierzehn Jahre nicht mehr. Ich habe es nicht klären können, obwohl sie schließlich laut vorbeirasselten wie weiland bei Kirowograd. Nur die Entfernung habe ich wohl noch richtig geschätzt: Tausend Meter halbrechts.

Ich bin bald weiter gefahren, nicht ohne noch einmal zu lesen: Gesperrt... Und ich sah noch einmal die Stelle, wo vor acht Wochen die Polizeistreife ein Protokoll schrieb: Ein Autofahrer war mit seiner Emma dreißig Meter zu weit ins Grüne gefahren. Gesperrt...