• Die Bundesversammlung wählte in Berlin den bisherigen Bundesernährungsminister Dr. Heinrich Lübke (CDU) zum neuen Bundespräsidenten. Im zweiten Wahlgang erhielt er 526 Stimmen – sechs Stimmen mehr als nötig.

Mit dieser Wahl sind die unguten Auseinandersetzungen um die Präsidentennachfolge beigelegt. Heinrich Lübke wird sein Amt am 15. September antreten.

  • Bei der Tagung der SPD-Führungsgremien verzichtete Erich Ollenhauer in aller Form auf die Kanzler-Kandidatur. Ferner beschloß der Parteivorstand, einen Ausschuß zu bilden, der den Wahlsieg für 1961 vorbereiten soll. Ihm gehören an: Max Brauer, Willy Brandt, Heinrich Deist, Fritz Erler, Carlo Schmid, Georg August Zinn – also lauter ausgezeichnete Persönlichkeiten und kein einziger Funktionär.

Die Schattenkanzler-Krise ist damit beendet.

  • Die Zollschranken zwischen dem Saarland und der übrigen Bundesrepublik sind gefallen. Zweieinhalb Jahre nach ihrer politischen Rückgliederung ist die Saar damit auch wirtschaftlich wieder zu Deutschland zurückgekehrt.

Wichtigster Eindruck bei dieser Rückgliederung: Es ging ganz ohne nationalistische Töne.

  • Obwohl das israelische Parlament die Waffenlieferungen an die Bundesrepublik billigte, hat Ministerpräsident Ben Gurion sein Amt wegen der entstandenen Differenzen mit seinen Koalitionspartnern niedergelegt.