Nach der Ablehnung von Lewis Strauss wird der bisher stellvertretende Minister Frederick Mueller als wahrscheinlicher Nachfolger im Amt des amerikanischen Secretary of Commerce bezeichnet. Mueller gilt als Protektionist reinsten Wassers. Er hat seinerzeit der Einfuhr von – billigeren – englischen Turbinen für die Kraftwerke der TVA widersprochen und ist ein scharfer Gegner von weiteren Importen aus Japan. Mueller mißtraut zudem sowohl, dem Gemeinsamen Markt als auch der Gemeinschaft der "Andern 7". Beide Gruppierungen betrachtet er als wirtschaftliche Kampfinstrumente, die gegen die USA gerichtet sind. Entschiedene Opposition ist von Mueller auch gegen den Osthandel zu erwarten. – Das letzte Wort spricht jedoch in der amerikanischen Außenhandelspolitik nicht das Handelsministerium, sondern das Staatsdepartement.

Im Zusammenhang mit der Währungsumstellung in der Saar kam es zu einem Druck auf den Kurs des französischen Franc. Die Franc-Guthaben der Saar-Kreditinstitute mußten gegen DM veräußert werden. – Langfristig bleibt die Situation des Franc dagegen günstig. Frankreich zieht mit fortschreitender Stabilisierung immer mehr das Interesse ausländischer Investoren auf sich, darunter auch deutscher Banken. Auch der Pariser Aktienmarkt gewinnt neue Interessenten. Dabei spielt die Erwartung mit, daß die Unternehmen nach der Einführung des "Schweren Franc" neue Eröffnungsbilanzen vorlegen und einen Teil der Stillen Reserven offenlegen werden.

Die Länder des Europäischen Wirtschaftsrats (OEEC) haben die 90prozentige Liberalisierung ihres Handels für ein weiteres Jahr verlängert. – Die über 75 v. H. des Austausches hinausgehende Befreiung von Kontingentierungen muß jeweils jährlich bestätigt werden. Entgegen anfänglichen schwedischen und schweizerischen Bedenken, die auf das Nichtzustandekommen der Freihandelszone zurückgehen, bleibt der hohe Satz nun bis Mitte 1960 gesichert. Frankreich hat eine Erhöhung der liberalisierten Quote von jetzt etwas über 90 auf 94 v. H. für die nahe Zukunft angekündigt.

Der Assuan-Hochdamm-Ausschuß hat den Auftrag für die erste Baustufe innerhalb dieses Vorhabens an die Sowjetunion vergeben. Die Russen hatten schon Ende 1958 einen Kredit von 400 Mill. Rubeln zu 2 1/2 v. H. Zinsen für 16 Jahre angeboten. – Es handelt sich bei diesem Bauabschnitt in erster Linie um die Anlage eines Kanals für das Ostufer mit 16 Tunnels und die Verkürzung des Hauptdamms von 1257 auf 1013 Meter. Die Bauarbeiten im engeren Sinne werden erst in etwa einem Jahr beginnen. Offen bleibt vorderhand, wann die zweite Baustufe in Angriff genommen wird, für die möglicherweise eine deutsche Beteiligung in Frage käme.