Stellt der General also die parlamentarische Demokratie nicht wieder her – denn die gegenwärtige Abgeordnetenkammer können Sie nicht im Ernst ein Parlament nennen, höchstens eine Schule für angehende Parlamentarier, deren Lehrer die Minister sind –, so wird eine Clique, eine Camarilla als Erbe des Generals auftreten, und es werden sich Gegen-Cliquen bilden, und beide Kreise werden sich ausweiten und Organisationen entstehen lassen, die alle möglichen Formen haben können, nur nicht die von demokratischen Parteien, und sie werden sich vollsaugen mit Leidenschaften, und angesichts der Angst des Volkes werden sich Armeen bilden, Bürgerkriegs-Armeen, und deren Führer werden Volkstribune im schrecklichen Sinne des Wortes sein. Und wer von ihnen als Sieger übrigbleibt, wird ein fürchterlicher Diktator werden. So sagen viele Leute."

"Solche Organisationen", erwiderte mein Gegenüber, "sind schon vorhanden. Und auch die allgemeine Angst ist da, aus der die radikalen Verbände ihre Kraft ziehen ..."

"Sie sprechen von den Kommunisten?"

"Nein, ich weiß nichts von ihnen, als daß sie nur dreihunderttausend Parteimitglieder, aber fünf Millionen Wähler haben, von denen die meisten beim Referendum jedoch dem General die Stimme gaben; ich hörte, daß die Reihen der militanten Jungkommunisten sich mittlerweile stark gelichtet und fast um die Hälfte abgenommen hätten, was man auf die großen wirtschaftlichen Erfolge der V. Republik zurückführt, an denen ja niemand zweifeln kann, nicht einmal die Kommunisten."

"Sie meinen also die Rechtsradikalen? Von ihnen weiß einer, der aus Algerien kommt, wahrscheinlich mehr als genug. Haben Sie übrigens den Schicksalstag der V. Republik, den 13. Mai 1958, in Algier erlebt?"

"Der Schicksalstag war der 16. Mai: die Rückkehr de Gaulles. Der 13. Mai war ein großes Durcheinander. Ich würde ihn nicht als einen Anfang, sondern als ein Ende bezeichnen..."

"Ein Durcheinander? Ein Ende?"