Die Lage auf dem Kali-Weltmarkt ist gekennzeichnet durch steigende Produktion aller beteiligten Länder. Im letzten Jahr sind neue Vorkommen in Rußland hinzugekommen. Die auf großen Bodenschätzen fußende kanadische Erzeugung wird in den nächsten Jahren einsetzen. Die wachsende Produktionskapazität übersteigt zur Zeit den Bedarf. An der kanadischen Konkurrenz beunruhigen die zunächst noch geringen Fördermengen weniger als die beim Auftreten eines neuen Konkurrenten verstärkten Bemühungen der bisherigen Lieferländer, ihre mühsam geschaffenen Marktpositionen zu erhalten. Aus dem deutschen Welt-Kalimonopol vor 1914 ist eine ständig wachsende internationale Kaliindustrie geworden. Der Exportanteil der deutschen Kaliindustrie, der noch im Jahre 1954/55 fast 45 v. H. des Gesamtabsatzes betrug, ist 1958 weiter auf rd. 36,5 v.H. zurückgegangen. Man wird um so mehr bemüht sein, ihn zu halten, als im Inland eine nennenswerte Absatzsteigerung kaum zu erwarten ist.

Das Geschäft der Kali-Chemie AG Hannover gliedert sich in mehrere Teilbereiche. Auf den Chemie-Sektor (vorwiegend Schwerchemikalien) entfällt der größte Teil des Gesamtumsatzes im Jahre 1958 von rund 175 Mill. DM. Die Erzeugnisse standen im In- und Ausland unter Preisdruck, dem die Gesellschaft jedoch auf Grund früher Rationalisierungen gewachsen war. – In Lizenz werden seit einigen Jahren Perl- und Platinkatalysatoren hergestellt. Das Geschäft in K. C.-Trockenperlen für die großtechnische Trocknung von Gasen, insbesondere in Erdgasfernleitungen, befindet sich noch im Aufbau. Vorteilhaft hat sich das Rhenania-Phosphat-Geschäft entwickelt. Im Farben-Geschäft konnte bei voller Auslastung der Produktionskapazität der Marktanteil gehalten werden. Der Umsatz in pharmazeutischen Artikeln hat sich günstig entwickelt, der Exportanteil ist hier gegenüber den Vorjahren gestiegen. Für verschiedene Präparate wurden Lizenzen ins Ausland vergeben.

Das Geschäftsjahr 1958 stand, gemessen am Umsatz und am Investitions-Volumen, an der Spitze aller Geschäftsjahre nach, der Währungsreform. Bei 35 Mill. DM Grundkapital wurden im Berichtsjahr 24,15 (12) Mill. DM investiert Den größten Teil der Investitionen nahmen die beiden Kaliwerke Friedrichshall in Sehnde und Ronnenberg b. Hannover in Anspruch. Abschreibungen wurden mit 11,47 (10) bemessen. Aus dem erhöhten Reingewinn von 4,94 (4,31) Mill. DM sollen 12 (10) v.H. Dividende und wieder 2 v. H Bonus gezahlt werden. Die flüssigen Mittel sind infolge der hohen Investitionen auf 4,2 (7,3) zurückgegangen. Die Verbindlichkeiten sind mit 13,2 (12,7) Mill. DM nur schwach erhöht. – Die Umsätze im Jahre-1959 übertreffen das Ergebnis des entsprechenden Vorjahreszeitraumes. Dei Auftragsbestand sichert volle Beschäftigung für die nächsten Monate.

Das Betriebsergebnis der Salzdetfurth AG Hannover, die mit etwa 35 v. H. am Gesamtabsatz der deutschen Kaliindustrie beteiligt ist, liegt um 8 (5) v. H. niedriger als im Vorjahr. Die Erlöse gingen angesichts des Umsatzrückganges im Bereich der Mansfeld AG (Steinkohle und Metalle) auf 378,5 (383,6) Mill. DM zurück. Die Gesellschaft hat in den letzten beiden Jahren ihr Tätigkeitsgebiet erweitert durch Übernahme von Anteilen der Chemischen Fabrik Kalk GmbH., Köln-Kalk. 1958 wurden weitere Anteile übernommen, so daß die Gesellschaft jetzt rd. 90 v. H. der Anteile besitzt.

Die Anlagen von Kalk (Misch- und Volldünger) waren voll genutzt, dagegen blieb die Sodaproduktion bei abgeschwächter Marktlage hinter dem Vorjahr zurück. 1958 ist bei Kalk infolge ihrer Kostenbeteiligungen ein Bilanzverlust entstanden, den man in den nächsten Jahren ausgleichen will. Durch die niedrigere Ergebnisübertragung der Betriebsgesellschaft der Kaliwerke, der Vereinigten Kaliwerke Salzdetfurth AG, und die Übernahme des Verlustes der Mansfeld AG von 2,44 (0,75) Mill. DM ist der Ertrag bei der Holding Salzdetfurth AG auf 27 (30,6) Mill. DM zurückgegangen. Die geringeren Aufwendungen für Besitz- und Ertragsteuern von 12,8 (18,5) machten es möglich, den Reingewinn auf 12,5 (9,8) zu erhöhen, aus dem 12 (10) v. H Dividende verteilt werden sollen. Die ersten Monate 1959 verliefen – abgesehen von Mansfeld – befriedigend. Die seit 1952 unveränderten Höchstpreise sind durch eine neue Preisverordnung ab 1. 5.1959 um rund 4 v.H. gesteigert worden. hl.