• In Genf begann die zweite Konferenz der Außenminister. Vorläufig lassen sich nur Wünsche notieren. Es scheint, daß Bonns Wunsch, "nicht isoliert über Berlin zu verhandeln", von den Westmächten pessimistisch beurteilt und darum nicht voll unterstützt wird.

Ob man nicht mehr Bereitschaft hätte zeigen müssen, wenn in Bonn ein neuer Kanzler in Aussicht stünde, der Hilfestellung brauchte!

  • Nach neun Wochen schwieriger Koalitionsverhandlungen haben sich die beiden großen österreichischen Parteien über eine neue Koalitionsregierung geeinigt. Raab (ÖVP) wird zum drittenmal Regierungschef, Pittermann (SPÖ) wieder sein Stellverteter. Die wichtigste Veränderung gegenüber dem früheren Kabinett: Staatssekretär Kreisky (SPÖ) löst Außenminister Figl (ÖVP) ab.

St. Proportius hat an der Donau aufs neue gesiegt: Die Sozialisten bekamen den wichtigen Außenministerposten und Raab hat sich wieder als unersetzlich erwiesen.

  • Vier Tage nach der wirtschaftlichen Eingliederung des Saarlandes streikten dort über 200 000 Arbeiter. Sie protestierten damit gegen Wucherpreise, die allzu geschäftstüchtige Kaufleute verlangt hatten.

Bundeswirtschaftsminister Erhard ist ins Saarland gefahren, um die Preise zu "besprechen". Schon Anfang der Woche begannen sie sich einzupendeln.

  • An der Spitze einer Partei- und Regierungsdelegation ist der sowjetische Ministerpräsident Chruschtschow in Warschau eingetroffen. Zehn Tage lang wird er sich in Polen aufhalten, Gespräche führen, Besichtigungen absolvieren und Reden halten. Es ist der erste offizielle Besuch Chruschtschows in der Volksrepublik. Im Oktober 1956 war er ungeladen erschienen, um zu verhindern, daß Gomulka zur Macht kam. Anfang 1958 traf er sich mit Gomulka zu Geheimbesprechungen.