Eine neue Losung ist in der Sowjetzone ausgegeben worden: Jeder Volksgenosse soll von nun an wöchentlich mindestens eine Stunde Sport treiben. Zweifellos wird durch die Abwanderung der Ärzte die Frage der Volksgesundheit in der Zone immer prekärer. Aber wenn die Funktionäre von Sport und Gesundheit sprechen, denken sie auch an die Durchführung ihrer politischen Ideen. Der „spontane und einmütige“ Beschluß, daß jeder Sowjetzonenbewohner von nun an täglich eine Stunde lang seinen Körper trainieren soll, wurde, wie es heißt, von den „Hausgemeinschaften“ gefaßt und soll „noch besser als bisher“ ermöglichen, die Bewohner zu lenken und unter Kontrolle zu halten, auf daß sie endlich durch eine vollendete marxistische Bauchwelle und einen strammen 100-Meter-Lauf zuverlässige Gefolgsleute Ulbrichts werden. wfk.