Die Abwertung der Peseta, wie sie nun vom Internationalen Währungsfonds bekanntgegeben worden ist, bringt keinerlei Überraschungen, sondern hält sich genau in dem erwarteten Rahmen. Es wird also der Dollarkurs von 42 auf 60 Peseten heraufgesetzt, um etwa 42 v. H., und analog ändern sich die Kurse für alle anderen Auslandswährungen; die Abwertung beträgt damit genau 30 v. H.

Etwas höher als die erwwartete Milliarde ist, mit einem Gegenwert von 1,2 Mrd. DM, die Gesamtsumme des Währungskredits ausgefallen, mit dem die Bank von Spanien zur Verteidigung des neuen Pesetenkurses ausgestattet wird. Etwa je ein Drittel des Betrages geben OEEC, Internationaler Währungsfonds und Im- und Exportbank, wobei der Eigenanteil der letzteren durch Sonderquoten einiger New Yorker Privatbanken aufgestockt wird, und der Anteil der OEEC durch Sonderquoten, die London, Paris und Bonn beisteuern.

In einem gewissen Gegensatz zu der Regel, daß eine Anpassung der Währungskurse (qua Abwertun) zweckmäßigerweise den Abschluß einer umfassenden Sanierungsaktion darzustellen habe, ist man im Fall Spanien so vorgegangen, daß die innerwirtschaftliche Reform (und die ihr entsprechende Außenhandels-Liberalisierung) durch den währungspolitischen Schritt eingeleitet wird. Schwerwiegende Bedenken gegen einen solchen Modus dürften freilich nicht bestehen: die Regeln für die ökonomische und währungstechnische Stabilisierung einer Volkswirtschaft im „nachinflatorischen Zustand“ sind ja schließlich so eindeutig ausgearbeitet, daß – ausreichende Devisenreserven, und klare Entscheidungsbefugnisse vorausgesetzt – ein Rückfall kaum mehr zu befürchten ist.

Da Spanien zugleich als 18. Staat, zum vollgültigen Mitglied des OEEC aufrückt, wird nun auch die Frage dringlich, welche Rolle den außerhalb der EWG und ebenso außerhalb der neuen Gruppierung der „Sieben“ stehenden „restlichen“ OEEC-Ländern beim weiteren Fortgang der europäischen Integration zufallen könnte. Dabei handelt es sich also um Island, Irland, Spanien, Griechenland, die Türkei, wozu möglicherweise – falls ein Anschluß an die Kleine Freihandelszone auf Schwierigkeiten stoßen sollte – noch Finnland treten könnte. G. \K.