Seit „Onkel Toms Hütte“ hat das Verhältnis zwischen Schwarzen und Weißen Stoff für ungezählte Romane gegeben. Einer der brutalsten – „Mandingo“ – erschien vor einiger Zeit im Henri-Nannen-Verlag. Nicht in der Brutalität, eher in der Verharmlosung liegt die Gefahr eines anderen, nämlich –

Douglas Kiker: „Abschied von Dixieland“; aus dem Amerikanischen von Helmut und Christel Wiemken; Carl Schünemann Verlag, Bremen; 398 S., 17,80 DM.

Der farbige Freund des Erzählers Jess Witherow, eines jungen Reporters, hat es sich in den Kopf gesetzt, wider den Stachel zu locken. Komme, was da wolle, er beschließt, seinen Jungen in Antiodi, einer fiktiven Stadt im Süden der Vereinigten Staaten, in der Schule anzumelden.

Es geschieht, was zu erwarten war und was später (der Roman wurde 1956 geschrieben) in Little Rock geschehen ist: Erst höfliches, bürokratisch argumentierendes Abweisen, dann offene Empörung, schließlich lebensgefährliches Kesseltreiben.

Witherow sieht den „Knüller“, die Chance für eine Reportage, die ihn über Nacht in aller Munde bringt. Doch bald genügt nicht mehr Schilderung; man verlangt Stellungnahme. Der indifferente junge Mann wird zum Parteigänger, und das bedeutet Verlust der Arbeit, Trennung von Dugan, seinem Mädchen, Abschied von Dixieland.

Das ist in treffender, romanhaft verdeutlichender Form ein Beitrag zur Auseinandersetzung zwischen Schwarz und Weiß. Die Figuren sind klar umrissen, manchmal stark typisiert (wie bei dem Staatsanwalt, der skrupellos den Standpunkt der Herrenrasse vertritt). Die Lektüre lohnt; auch für den, der unter „Dixieland“ nur einen quicken Jazz versteht. Sp.