Viele unserer Leser haben in der letzten Zeit nach einem Reiseführer durch Berlin gefragt. Für Freunde der Kunst, die eine Reise in die alte Hauptstadt gut vorbereiten wollen, ist jetzt der von Ekhart Berchenhagen sorgfältig bearbeitete "Athenäum-Kunst-Reiseführer Berlin und Potsdam" erschienen (Athenäum-Verlag, Bonn, 88 S., 7,80 Mark). Zwar birgt Berlin nicht jene Fülle und Vielfalt an Kunstwerken, wie sie in viel älteren Hauptstädten wie Rom oder Paris überraschen, aber die nützlichen, katalogartig wie für eine Kunstauktion, angeordneten Abbildungen geben einen guten Überblick, wie groß die Auswahl für den Besucher dennoch ist, bereichert durch die neue Kunst, die sich vor allem auch in neuen Bauwerken manifestiert.

Zur Charakterisierung der Berliner ist in der Einleitung zitiert, was Fontane über sie gesagt hat: "Etwas, darin sich Übermut und Selbstironie, Charakter und Schwankendheit, Spottsucht und Gutmütigkeit, vor allem aber Kritik und Sentimentalität die Hand reichen". Wir wissen, daß diese Eigenschaften des Berliners sie zu Weltstädtern gemacht haben, und wir wissen, was uns fehlt, seit wir nur noch eine provisorische Hauptstadt haben. Selbst in Berlin scheinen die Maßstäbe nicht mehr ganz zu stimmen; es fällt auf, daß von den heute tonangebenden Malern nur der ungegenständlich malende Theodor Werner, und der gleich zweimal hintereinander, erwähnt wird.

Aus der vielgelobten Reihe der Athenäum-Kunst-Reiseführer liegt uns gleichzeitig der von Bruno Bushart "Baden-Württemberg", (94 Seiten, 7,80 Mark) vor. Er gibt einen Einblick in die Fülle des überlieferten Reichtums dieser Kunstlandschaften, in den die moderne Kunst sich mit einigen Meisterwerken einordnet, EM