Im allgemeinen können wir nicht über den Willen der Bevölkerung klagen, in Eigeninitiative eine Altersversicherung aufzubauen. Leider sind aber in letzter Zeit auch Fälle bekanntgeworden, in denen Rechtsanwälte, Autoren oder Angehörige anderer "freier Berufe" für die Zeit nach ihrem Tode überhaupt keine Vorsorge dafür getroffen haben, um ihrer oftmals zahlreichen Familie ein auch nur einigermaßen auskömmliches Weiterexistieren zu ermöglichen. Die öffentliche Fürsorge, also die Steuerzahler, müssen dann einspringen. Offen gesagt, nicht immer freudigen Herzens, wenn bei der näheren Prüfung deutlich wurde, daß der verstorbene Ernährer während der Zeit seiner Tätigkeit zu den "Großverdienern" gerechnet werden konnte, daß aber sein Lebensstil den Verdienst, bis auf den letzten Pfennig verschlungen hat.

Mit diesen Beispielen warten stets jene auf, die an die Seite der Angestellten- und Invalidenversicherung auch eine staatliche Zwangsversicherung für freie Berufe stellen wollen. Daß sie in ihren Bemühungen von vielen Angehörigen freier Berufe unterstützt werden, liegt einfach daran, daß diese Gruppen vom Staat einen Zuschuß zu dieser Zwangsversicherung erwarten – oder zumindest eine gleiche Garantie, wie sie die Sozialversicherungen bekommen haben.

Daß die Lebensversicherungen die Diskussionen mit Aufmerksamkeit verfolgen, ist begreiflich. Denn hier geht es um ihren Kundenkreis. Es war deshalb auch nicht verwunderlich, wenn Generaldirektor Martin Bothe von der Mannheimer Lebensversicherungsgesellschaft AG, Mannheim, dies Thema auf der Hauptversammlung der Gesellschaft zur Sprache brachte. Ist es denn wirklich so abwegig, von einem Freiberuflichen zu erwarten, daß er seine Versorgung selbst gestaltet und sie nach seinen Bedürfnissen aussucht? Das fragte Bothe. Und er meinte, wenn der Staat hier etwas tun will, dann möge er von der steuerlichen Seite her einen Anreiz zur Schaffung einer Altersvorsorge schaffen. Daneben wies er auf die Bemühungen der privaten Lebensversicherungsgesellschaften hin, Versorgungsformen für die freien Berufe zu entwickeln, die für "globale" Vereinbarungen mit größeren Gruppen geeignet sind K. W.

Die Mannheimer Lebensversicherungsgesellschaft hat ihren Anteil am Gesamtgeschäft der deutschen Lebensversicherung auch 1958 vergrößern können, obwohl das Neugeschäft nach dem Fortfall der Befreiungsversicherungen nicht die Erfolge des Vorjahres erreichte. Die Gesamtversicherungssumme, die am Jahresende verwaltet wurde, erhöhte sich von 257,35 auf 292,87 Mill. DM. Aus dem Gewinn von 0.05 werden wieder 10 v. H. Dividende gezahlt.

An dem Kapital der Mannheimer Versicherungsgesellschaft besteht eine Beteiligung von 10 v. H. Diese wiederum hält 90 v. H. der Aktien der Mannheimer Lebensversicherungsgesellschaft. Beide Gesellschaften haben eine über die Organisationsgemeinschaft hinausgehende enge Zusammenarbeit.

Die Mannheimer Versicherungsgesellschaft schüttete auf Beschluß ihrer Hauptversammlung für 1958 auf das dividendenberechtigte Kapital eine Dividende von 12 v. H. aus. Das Unternehmen, das im Mai d. J. 80 Jahre bestand, hat erstmals seit der Währungsreform einen erheblichen Überschuß im technischen Geschäft erzielt, zu dem alle Sparten mit Ausnahme der Haftpflichtzweige und der Sturmversicherung beigetragen haben, ndt.