• Die Genfer Verhandlungen sind in eine Sackgasse geraten. Außenminister Gromyko hält starr an seinem Standpunkt fest: Junktim zwischen, einer Interimslösung für Berlin und der Bildung eines von den vier Mächten unabhängigen Gesamtdeutschen Ausschusses.

Bei den westlichen Delegationen ist in der letzten Woche die Entschlossenheit gewachsen, jetzt dem Kreml nicht mehr weiter entgegenzukommen.

  • Während seines Besuches in Polen ließ der sowjetische Ministerpräsident Chruschtschow seine Augustreise nach Skandinavien absagen. Begründung: Die Haltung der Presse und öffentlichen Meinung in Dänemark, Norwegen und Schweden machten. einen Besuch zum gegenwärtigen Zeitpunkt sinnlos.

Die einen sagen, Chruschtschow sei körperlich geschwächt, die anderen meinen, er wolle jetzt dem Westen gegenüber wieder einen schärferen Ton anschlagen. Möglicherweise aber wollte er sich auch nur den sicheren Mißerfolg seiner Reise ersparen.

  • In Stockholm ist die Kleine Freihandelszone aus der Taufe gehoben worden. Sie umfaßt die drei skandinavischen Länder, Großbritannien, Österreich, die Schweiz und Portugal. Im "Europa der Sieben" sollen die Zölle und mengenmäßigen Einfuhrbeschränkungen stufenweise abgeschafft werden.

Noch ist der Freihandelszonenvertrag nicht in allen Einzelheiten formuliert. Aber es ist jetzt hohe Zeit für einen Brückenschlag zwischen den beiden europäischen Wirtschaftsblöcken, der EWG und der Kleinen Freihandelszone.

  • Spanien ist als 18. Land in die OEEC aufgenommen worden. Die Pesete wurde um rund ein Drittel abgewertet und ein neues Wirtschaftsprogramm verkündet, das vor allem von den Vereinigten Staaten durch Anleihen gestützt wird.