Die Deutsche Dampfschifffahrts-Gesellschaft. „Hansa“, Bremen, unter deren Flagge Ende des laufenden Jahres 53 Frachter mit 411 000 Tragfähigkeitstonnen fahren werden, setzte als einzige deutsche Reederei auch für das Geschäftsjahr 1958 ein Dividendensignal. Trotz höherer Transportleistung waren die Erträge weitaus geringer als im Geschäftsjahr 1957; sie fielen um 24 v. H. auf 33,7 Mill. DM zurück. Das Schifffahrtsergebnis für sich betrachtet, erfuhr eine Einbuße um 25 v. H. auf 33,0 Mill. DM. Dennoch schüttet die Reederei 6 v. H. Dividende auf das im Berichtsjahr um 9 auf 15 Mill. DM erhöhte Aktienkapital aus, und zwar einmal auf Kosten der Abschreibungen, wo die steuerlichen Möglichkeiten längst nicht ausgenutzt wurden, zum anderen auch zu Lasten der Rücklagenstärkung. Dies allein zeigt, daß auch die DDG „Hansa“ nur unter Zugeständnissen den Aktionären eine Verzinsung bieten kann und alle Mühe hat, in dem gegenwärtig bestehenden Frachtentief auf Kurs zu bleiben. Für das Geschäftsjahr 1957 waren bei damals noch guter Schiffahrtskonjunktur 7 v. H. Dividende auf 6 Millionen DM Grundkapital gezahlt worden.

In ihrem Geschäftsbericht weist die Reederei darauf hin, daß das Ergebnis zwar im wesentlichen durch die stark rückläufigen Trampfrachten verursacht worden ist, daneben aber auch durch die teilweise steigenden Unkosten, die wiederum maßgeblich durch die langen Liegezeiten in unzureichend ausgestatteten überseeischen Häfen verursacht worden sind. Zu Buch geschlagen sind natürlich auch die fühlbaren Erhöhungen bei den Personalaufwendungen auf Grund des im Berichtsjahr in Kraft getretenen neuen Seemannsgesetzes und des Heuertarifs. Unter Hinweis auf die Wettbewerbsnachteile, vor allem gegenüber den Reedereien, die ihre Schiffe unter den sogenannten „billigen Flaggen“ laufen haben, beziehungsweise sich einer weitgehenden Förderung ihrer Regierung erfreuen (die DDG „Hansa“ apostrophiert hier für ihr Fahrtgebiet besonders Indien), fordert die Reedereileitung eine Sicherstellung der Wettbewerbsfreiheit durch Bonn im Zusammenhang mit Handels- und Kreditverträgen.

Wenn die Bruttofrachten im Geschäftsjahr 1958 dennoch etwa auf Vorjahrshöhe lagen, so nur, weil die DDG „Hansa“ zum Teil unter beträchtlichem Kostenaufwand ihre Dienste verbesserte und dabei übrigens auch eine Verschlechterung des Ausnutzungsfaktors in Kauf nahm. Mit dem weiteren Ausbau der Flotte tritt die Reederei jetzt kürzer. Das Neubauprogramm wird im Laufe des Jahres abgewickelt sein. Die Konditionen der Werften werden angesichts der gegenwärtigen Situation nicht als günstig genug angesehen. Sml.