Die Norweger waren kompromißbereit

R. S., Bonn, im Juli

Das letzte Nachkriegsproblem, das zwischen Norwegen und der Bundesrepublik noch offen war, ist jetzt geregelt worden: die Wiedergutmachung für die Opfer des Nazismus. Die Bundesrepublik zahlt an Norwegen 60 Mill. DM für die Opfer des Nationalsozialismus und ihre Hinterbliebenen. Widerstandskämpfer, die in Kampfhandlungen einen Körperschaden erlitten, konnten aus grundsätzlichen Erwägungen nicht in die Regelung einbezogen werden.

Das deutsch-norwegische Abkommen wird am 7. oder 8. August in Oslo unterzeichnet. Wenige Tage zuvor beginnen die Verhandlungen über den gleichen Gegenstand mit Dänemark. Auch sie werden auf deutscher Seite von dem Leiter der Rechtsabteilung des Auswärtigen Amtes, Ministerialdirektor Dr. Berger geführt. In Dänemark sind dem nazistischen Terror glücklicherweise weniger Menschen zum Opfer gefallen als in Norwegen. Damit ist auch, eine andere materielle Ausgangsposition für die Verhandlungen gegeben.

Mit Luxemburg hat die Bundesrepublik bereits eine Vereinbarung über die Wiedergutmachung für die Naziopfer getroffen; mit Holland ist eine prinzipielle und auch materiell abgegrenzte Verständigung erzielt worden. Es ist nun zu hoffen, daß auch mit den übrigen Ländern, die in Bonn Wiedergutmachungsforderungen angemeldet haben, in absehbarer Zeit eine Regelung vereinbart wird.