Rechtsradikale Studentengruppe unter der Odalsrune

r. g., Heidelberg

An der Heidelberger Universität gibt es eine kleine rechtsradikale Studentengruppe, den Bund Nationaler Studenten. Bernhard Schöning, Vorsitzender des „Ringes Christlich-Demokratischer Studenten“, hat sie in einem Artikel der Studentenzeitung „Forum academicum“ unter der Überschrift „Man trägt wieder Braunhemd“ wie folgt charakterisiert: „Der BNS ist realiter eine Clique idealistisch verbrämter Mediokrität, die mit dem After philosophiert. Er propagiert den Aufstand der Minderwertigen und Defekten. Schaut man sich ihr Schrifttum an, so kann man dem ohne weiteres zustimmen: Es sind Faschisten – mit einem Feigenblatt.“

Die krasse Formulierung, mit der Schöning die politisch indifferenten Kommilitonen aufrütteln wollte, mag juristisch anfechtbar sein. Auf jeden Fall hat der Bund Nationaler Studenten mit seiner Reaktion einen Wahrheitsbeweis für bestimmte Passagen des Artikels geliefert: die Mitglieder dieses Bundes neigen dazu, wie einst die Braun- und Schwarzhemden mit der Faust zu philosophieren.

Auf den Artikel hin hatte der nationale Student Klinkhart eine Einstweilige Verfügung erwirkt, die sich gegen drei namentlich bezeichnete Verteiler der Zeitschrift richtete. Als jedoch der Verfasser des Artikels, Schöning, und weitere Mitglieder des Christlich-Demokratischen Hochschulringes, die von der Verfügung nicht betroffen sind, trotz Drohungen des BNS die beanstandete Nummer des „Forum academicum“ verteilten, argumentierten Mitglieder des BNS mit der Faust: sie überfielen die Zeitungsverteiler im Mensahof.

Für die Heidelberger Studenten ist der BNS eine kleine und bedeutungslose Gruppe von Unbelehrbaren. Das Treiben des BNS könnte zwar – und das ist offenbar Schönings Ziel – nach dem Grundgesetz unterbunden werden. Aber, selbst wenn der „Bund“ verschwände – die Nationalisten blieben. Zwei von denen, die sich die dem Hakenkreuz verwandte Odalsrune als beziehungsreiches Symbol gewählt haben, wollen Jurist werden: Klinkhart und Dehoust. Der letztere ist Autor der Publikation „Student im Volk“, in der mit Vokabeln wie „Erbgut der Nation“ und „alliierte Greuelpropaganda“ operiert wird.