• Nach dreizehn Tagen hat der sowjetische Ministerpräsident Chruschtschow die Vereinigten Staaten wieder verlassen. Ergebnis der Abschlußgespräche in Camp David: Der Entschluß, alle Anstrengungen auf die Abrüstung zu konzentrieren; Berlin-Verhandlungen ohne Druck eines sowjetischen Ultimatums; Verstärkung der sowjetisch-amerikanischen Beziehungen.

Auf globaler Ebene ist eine Entspannung gut vorstellbar. Ob auch unsere Sorgen dadurch geringer werden, ist nicht so sicher.

  • Die algerische Exilregierung hat in Tunis den Algerienplan de Gaulles bedingt angenommen. Die Bedingungen, militärische und politische Gespräche; keine Teilung Algeriens; keine Ratifizierung der Entscheidung über Algeriens Selbstbestimmung durch die Wähler des französischen Mutterlandes; Abzug der französischen Truppen aus Algerien vor der Wahl.

Die FLN-Regierung, die von Frankreich nicht anerkannt wird, will auf dem Umweg über Waffenstillstandsverhandlungen Ihre politische Anerkennung durchsetzen.

  • Mit geradezu bürokratischer Disziplin demonstrierten am Wochenende 60 000 Ruhrbergleute in der Bonner Altstadt. Mit schwarzen Fahnen, dumpfem Trommelwirbei und Konsum-Verpflegungsbeuteln protestierten sie gegen die Absatzkrise im Kohlenbergbau

Keine Radikalisierung, kein Klassenkampf, nur: in manchen Gesichtern Angst. Jetzt muß der Bundestag die Vorschläge des Kabinetts für die Behebung der Krise beraten.