Die durch den amerikanischen Stahlarbeitersfreik hervorgerufene Stahlknappheit macht sich in der amerikanischen Automobilindustrie bei dem größten der Konzerne, General Motors, gegenwärtig am stärksten bemerkbar. Der Leiter der Chevroletabteilung von General Motors teilte mit, er werde seine Abteilung in den nächsten Tagen schließen müssen, wenn der Streik nicht bald beendet sei. Die Zündkerzenfabrik von General Motors hat bereits 400 Beschäftigte entlassen. Ein Sprecher von Chrysler erklärte, das Unternehmen könne die Produktion mit den Stahlvorräten und den noch vorhandenen Bezugsmöglichkeiten bis November fortsetzen. Die Ford Motor Company stellte dagegen fest, sie habe genug Stahl.

Ein Meinungsforschungsinstitut hat die Einstellung der amerikanischen Bevölkerung gegenüber Importen aus verschiedenen Bezugsländern getestet. Es wurden 300 auf Grund des Stichprobenverfahrens ausgewählte Einwohner von New York, Philadelphia, Atlanta, Denver und Omaha befragt, ob sie im Falle verschiedener Handelspartner erhöhte oder verminderte Einfuhren befürworteten. Das Resultat ergab für Kanada: 60 v.H. der Befragten wünschen höhere Importe, 7 v.H. befürworten eine Einfuhrbeschränkung; im Falle von Großbritannien waren 51 für mehr, 11 v. H. für weniger Importe; Mexiko 46 gegen 11 v. H.; Frankreich 44 gegen 11 v. H.; Schweiz 43 gegen 9 v. H.; Holland 40 gegen 9 v. H.; Schweden 35 gegen 8 v. H.; Italien 33 gegen 14 v. H. Weit auseinander gingen die Ansichten im Falle der deutschen Einfuhren: 41 v. H. der Befragten erklärten sich für vermehrte, 25 v. H. dagegen für geringere Importe. Ungünstiger ist das Verhältnis im Falle von Japan mit 36 gegen 29 v. H.

In finanzpolitischen Kreisen Bonns wird nach wie vor die baldige Auflegung einer Bundesanleihe für unumgänglich gehalten. Seit dem Frühjahr hat der Bund bereits erhebliche Finanzierungslücken durch Betriebsmittelkredite der Bundesbank (bis zu 1 Milliarde DM) gedeckt, um die Emittenten der Wirtschaft nicht zu stören. Angesichts der zur Zeit unzureichenden Ergiebigkeit des Kapitalmarktes wird in Bonn erwartet, daß das Finanzloch zunächst mit kurzfristigen Mitteln gestopft wird. Es wird jedoch darauf hingewiesen, daß das Bundesfinanzministerium schon im Hinblick auf die Beurteilung der Finanzpolitik durch das Parlament (die Zinsen müssen aus Steuermitteln aufgebracht werden) sobald wie möglich an den Kapitalmarkt herantreten wird, zumal die kurzfristig (und teuer) aufgenommenen Beträge auch konsolidiert werden müßten.

Die Zahl der Personenwagen auf den Straßen der Bundesrepublik wird sich in den nächsten sechs Jahren verdoppeln und in den nächsten 16 Jahren verdreifachen. Dieses Ergebnis einer neuen Vorausschätzung der Deutschen Shell AG läßt für die nächsten Jahre eine Entwicklung der Motorisierung in der Bundesrepublik erwarten, die weit über die bisherigen Voraussagen hinausgeht. Es sei damit zu rechnen, daß der Pkw-Bestand der Bundesrepublik (einschließlich Saarland, ohne Westberlin) von 3,56 Millionen Wagen Mitte 1959 auf 5,3 Millionen Mitte 1962 steigt. Er werde sich dann auf 7,1 Millionen Mitte 1965, auf 9,6 Millionen Mitte 1970 und auf 11 Millionen Wagen Mitte 1975 erhöhen.