Texas, so sagen die Texaner, sei eine Welt für sich. Das nach Alaska größte Land in den Vereinigten Staaten ist riesig groß, und es ist ziemlich dünn besiedelt: Leere, denkt, wer das Land durchstreift, und meint damit doch Weite. Man kann tagelang auf stockgeraden Autostraßen durch schier endlose Prärien fahren, ohne einer Menschenseele zu begegnen, geschweige denn ein Haus oder ein Dorf zu finden. Manches erinnert an Mexiko, und nicht von ungefähr: Texas war einmal mexikanische Provinz. Von dieser Zeit künden noch Bauten und Bräuche und nicht zuletzt die Kochkünste dieses Landes. Ein Beispiel dafür ist das scharf gewürzte Bohnengericht Chili‚ freilich haben die Texaner das Originalrezept nach eigenem Geschmack verfeinert und verwandelt. Heute gilt Chili als Nationalgericht.

Chili aus Texas

(Würziges Bohnengericht)

500 Gramm Rinderhackfleisch – eine große Zwiebel – 300 Gramm weiße Bohnen – 500 Gramm Tomaten – 1/2 Flasche Tomatenketchup – zwei Eßlöffel Zucker – zwei Eßlöffel Essig – 1/2 Teelöffel Cayennepfeffer – Salz – Fett.

Die Bohnen werden eingeweicht und gar gekocht. Tomaten schälen (es geht einfach, wenn man sie etwa eine halbe Minute in kochendes Wasser gehalten hat) und in sehr wenig Wasser ebenfalls gar kochen. Von dem so entstehenden dicken Saft nimmt man ein Glas voll ab und verwahrt es einstweilen. Dann werden zunächst die Zwiebeln klein gewürfelt und in etwas Fett gedünstet. Das Hackfleisch wird dazu gebröckelt und mit den Zwiebeln etwa zehn Minuten lang gekocht. Die gekochten Tomaten, die Bohnen und Tomatenketchup werden dazugefügt. Gut mischen, dann zudecken und ungefähr eine Stunde lang bei kleiner Hitze sieden lassen. Es ist gut, von Zeit zu Zeit nachzusehen. Wenn die Soße zu dick wird, gibt man den aufbewahrten Tomatensaft hinzu.

Eine Viertelstunde vor dem Anrichten werden noch Zucker, Essig, Cayennepfeffer und Salz zusammengerührt und dem Chili beigegeben. Gut abschmecken, denn das Gericht muß kräftig gewürzt sein.

Chili wird am besten in einem Topf zubereitet, den man vom Herd auf den Tisch stellen kann. Wer originell sein will, ersetzt die Teller durch kleine Schalen. Dazu gibt es knuspriges Weißbrot und frischen Salat. Einen besonderen Vorteil hat Chili für die Hausfrau mit einem überfüllten Terminkalender: das Ganze kann Stunden, sogar einen Tag vorher zubereitet werden. Kenner glauben zu wissen, daß das Mahl aufgewärmt noch besser schmeckt. Grazia.