In welcher Richtung man in den größeren und kleineren Orten des Münsterlandes zur Pfarrki., zur Jakobiki. oder auch zu einer Barockki. kommt, erfährt man nirgends genauer als im „Pättkesführer durchs Münsterland“ für Radwanderer; 2. und verbesserte Auflage, Verlag Aschendorf, Münster. Es handelt sich hier um das Reisebrevier einer wenig bekannten Sekte von augenscheinlich recht vernünftigen Menschen, die Sekte der Pättkesfahrer – das sind die Radler, die sich auf den Pättken, den kleinen Feld-, Wald- und Wiesenwegen im Münsterland erholsam fortbewegen. Daß man so wenig von ihnen weiß, liegt daran, daß sie so wenig Lärm machen. Es würde ihnen auch schwerfallen; denn sie fahren auf Fahrrädern und lehnen selbst Hilfsmotoren ab. Dafür, daß sie dem Tritt auf den Gashebel das wesentlich mühsamere Treten auf die Pedale vorziehen, bekommen sie das zu sehen, wovon ein Autofahrer nur träumen darf: das Land mit Mensch und Tier. Ein andeutungsweiser Vergleich der Reiseanleitungen spricht Bände:

Von Hamburg nach Kiel fährt man auf der Bundesstraße 4 über Bad Segeberg. Die Straße ist gut, man fährt so 90 km/st. Da hat man aber was Rechtes gesehen! Nicht einmal umdrehen kann man sich nach etwas Nettem, nach einem besonders hübschen Gehöft oder ein paar bunten Kälbern. Daß man nicht durch Segeberg, sondern über Segeberg fährt, sagt doch schon alles.

Anders beim Pättkesfahrer. Man braucht sich nicht in besinnlich-romantischen Naturschilderungen zu ergehen, es wird auch so deutlich, was ein Pättkesfahrer zu sehen bekommt, bekommen muß. Ein Zitat aus dem Pättkesführer genügt, ganz willkürlich, mitten herausgenommen:

„... in der Bauerschaft Natrup etwa 500 mr. – 1. in Höhe des großen Hfs. (Hofes) einbiegen und auf den Waldhang zu – Weg windet sich zur Höhe – auf dem Kamm r. mit Hinweis nach WH (das ist ein Wirtshaus) „Leopold“ – beim Verlassen des WH „Leopold“ bald r. – nach 200 m wieder r. einbiegen und nach weiteren 200 in wieder 1. – hier Weg oder Pättken parallel des Wiesentales nach r. – an der Ruhebank 1. ab – auf dem Pättken ins Stevertal – am Ende des Hohlweges, der diesseits der Talsiedlung nach 1. verläuft, an der Wassermühle Schulze – Westerrath r. die Dorfstraße benutzen – am WH Elvers vorbei – den ersten Weg 1. wählen – diesem in r. schräg ansteigender Richtung folgen – Ldstr. von Nottuln queren – weiter geradeaus – im sachten Linksdreh auf den Waldrand an der Höhe zuhalten – r. in die Schlucht einbiegen – im Wald gleich Linkskurve nehmen – durch den Tannenwald – im Nonnenbachtal (1. ab radelt man mit lohnendem Ausblick auf Nottuln zu) dem X-Zeichen über den Bach hinaus folgen – Weg führt mit lohnenden Aussichten in gerader Ri. auf die Ldstr. Billerbeck –Nottuln; nach Überqueren der Ldstr. im Links-Rechtsdreh in den Busch einbiegen – ...“

Man hat den Eindruck, daß die soeben in den Busch eingebogenen Pättkesfahrer auf dem richtigen Weg sind, nicht nur zum Radwandern, auch allgemein, so als Einstellung zum Leben. Der Motorist möchte überholen, die anderen und, wenn das ginge, sogar sich selbst. Dem Pättkesfahrer kommt es aufs Erholen an. Und am Ende hat der Pättkesfahrer sehr viel seltener eine Überholung nötig als der Mann hinterm Motor. Der Pättkesfahrer fährt zwar langsamer als der Automobilist. Aber er fährt in eine Ri., die ihn vermutlich auch sehr viel später zum St. Jahobikihf. – oder einen anderen – Kihf. führt... j. c. p.

Ein weißer Stern ist künftig Zeichen garantierter Höflichkeit auf den Straßen der Schweiz. 22 000 Fahrer von Lastwagen haben sich kürzlich zusammengeschlossen und von sich aus gelobt, nach Möglichkeit immer am rechten Straßenrand zu fahren, keine Kolonnen zu bilden, in genügendem Abstand vor Bahnschranken zu halten und die Auspuffgase zu kontrollieren. Ihre Fahrzeuge zieren kleine weiße Sterne.

Neue Motorschiffe auf Schweizer Seen. Auf dem Vierwaldstättersee wurde das neue, 1000 Passagiere fassende Motorschiff „Schwyz“, auf dem Thunersee das für 600 Passagiere vorgesehene Motorschiff „Niederhorn“ und auf dem Bodensee das überholte und modernisierte Motorschiff „Thurgau“ eingesetzt.