• Mit Fahnen, Transparenten und Demonstrationen begannen am Sonntag in Ostberlin die fast eine Woche dauernden Feiern zum zehnten Jahrestag der Zonenrepublik. Aus den Ostblockstaaten sind Partei- und Regierungsdelegationen eingetroffen. Die sowjetische Abordnung wird vom ersten stellvertretenden Ministerpräsidenten Koslow geführt, die polnische von Ministerpräsident Cyrankiewicz.

17 Millionen Deutsche warten nun schon seit 10 Jahren auf das Selbstbestimmungsrecht, das in Afrika schon fast eine Selbstverständlichkeit geworden ist.

  • Die westdeutsche Rektorenkonferenz hat den Hochschulen und Universitäten empfohlen, keine offiziellen Vertreter zu der 550-Jahr-Feier der Universität Leipzig zu entsenden. Der Präsident der Rektorenkonferenz, Professor Jahrreiss, begründete diese Empfehlung damit, daß die Zonenregierung die Hochschulen systematisch politisiere und die Freizügigkeit von Studenten und Professoren aufgehoben habe.

Beweis: aus der Zone flüchteten bis 1. 9. 59 1958: 208 Dozenten – 2522 Studenten 1959: 147 Dozenten – 1076 Studenten

  • Am zweiten Jahrestag des ersten Satellitenstarts haben die Sowjets eine Weltraumrakete auf eine Kreisbahn um den Mond geschossen. Sie soll die unbekannte Rückseite des Mondes photographieren und dann wieder zurückkehren und als Satellit um die Erde kreisen. Allein die vissenschaftliche Station in der Endstufe der Rakete wiegt fünf Zentner.

Vor drei Wochen Volltreffer auf den Mond, jetzt eine Mondumkreisung – Nächste Station: Der Mann im Mond!

  • Das Bundeskabinett verabschiedete den Entwurf eines Bundes-Rundfunkgesetzes. Der Entwurf sieht die Errichtung von drei Rundfunkanstalten des Bundesrechts vor: Eine Deutsche Welle für Kurzwellensendungen ins Ausland, einen Deutschlandfunk, der Sendungen in ganz Deutschland ausstrahlen soll, und ein Deutschland-Fernsehen (das zweite Programm). Die Ministerpräsidenten der Länder und die SPD haben dem Entwurf des Bundesinnenministers Schröder den Kampf angekündigt.