pk, Hannover

Die niedersächsische Landeshauptstadt an der Leine ist nicht eben eine typische Universitäts- oder Hochschulstadt. Dennoch ist unter ihren rund 570 000 Bürgern ein gemessener Stolz auf die 4500 Studentinnen und Studenten der Technischen und der Tierärztlichen Hochschule weitverbreitet. Andererseits führt allein der Stolz allem Anschein nach noch nicht zu ausreichender Tatbereitschaft.

Etwa 700 Neu-Immatrikulierte, die bei Beginn des Wintersemesters die ersten Vorlesungen hören wollen, wissen jetzt noch nicht, wo sie wohnen können. Die Hochschulen haben daher in einer gemeinsamen Erklärung an die Öffentlichkeit appelliert, die Wohnungssuche der Studenten doch bitte schön nicht als Belästigung zu empfinden. Die jungen Leute und ihre Bildungsstätten stellten im Leben der Stadt schließlich auch einen beachtlichen Wirtschaftsfaktor dar.

Die staunenden Hannoveraner erfuhren, daß die Technische und die Tierärztliche Hochschule mit ihren rund 4500 Studenten pro Jahr in Hannover runde 39 Millionen Mark umsetzen. Aus den Hochschul-Etats fließen der Wirtschaft jährlich rund 27 Millionen DM zu, und zwar 12,5 Millionen über Gehälter und Löhne, 8,2 Millionen über Ausgaben für bauliche Zwecke und 6,4 Millionen über Materialeinkäufe. Rund 12 Millionen Mark geben die Studenten selbst jährlich in der Stadt aus – für Miete und Heizung, Ernährung und Kleidung, Kolleghefte und Zigaretten.

39 Millionen Mark auf der Habenseite, 700 fehlende „Buden“ in der Minusspalte – sollte sich da wirklich kein Ausgleich finden lassen?