Aus Köln kommt eine erfreuliche Kunde: Westdeutschland wird sich im nächsten Jahr an 51 ausländischen Messen offiziell beteiligen. Das sind immerhin zehn Messen mehr als in diesem Jahr. Das ist gut so, denn die Bundesrepublik kann nicht oft genug ihre Visitenkarte im Ausland abgeben. Und Messen sind eine sehr geeignete Plattform dafür. Daß Westdeutschland künftig stärker in Erscheinung treten muß, darüber gibt es wohl kaum einen Zweifel. Der Konkurrenzkampf auf den Weltmärkten hat zugenommen, auch die westdeutsche Wirtschaft bekommt verstärkt den rauhen Wind des internationalen Wettbewerbs zu spüren.

Aber noch etwas kommt hinzu: Die Sowjetzone beteiligt sich immer mehr an ausländischen Messeveranstaltungen; sie führt sogar eigene, recht pompöse National-Schauen im Ausland durch. Dieser Ostberliner Messe-Offensive kann zu einem Gutteil durch repräsentative und attraktive westdeutsche Messebeteiligungen begegnet werden. Dabei sollte das Hauptaugenmerk auf die Entwicklungsländer gerichtet sein, was aber keineswegs heißt, daß die traditionellen Messeplätze vernachlässigt werden könnten. Westdeutschlands Messepolitik muß global angelegt sein. Sehr viel ist bereits in den letzten Jahren in diesem Punkt in Köln vom Ausstellungs- und Messeausschuß der Deutschen Wirtschaft und in Bonn von den zuständigen Ministerien geleistet worden; viel bleibt noch zu tun, zumal man auch im Ausland „Messeminded“ geworden ist. W. S.