Bundesfinanzminister Etzel wird sich aus haushaltstechnischen Gründen dem Wunsch der Banken nicht fügen können, mit der Auflage einer Bundesanleihe bis zum kommenden Frühjahr zu warten. Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums sagte am vergangenen Wochenende, eine Bundesanleihe in Höhe von 250 bis 300 Mill. DM solle noch vor Ende dieses Jahres aufgelegt werden. – Über die Ausstattung der Anleihe wird noch Stillschweigen bewahrt. Spekulationen, daß der Bund um ein halbes Prozent über das sich konsolidierende Zinsniveau hinausgehen und eine sechs-, prozentige Anleihe anbieten werde, wurden bisher noch nicht bestätigt.

Delegierte aus sieben südamerikanischen Staaten haben in der vergangenen Woche in Montevideo ein Abkommen über die Bildung eines Gemeinsamen Marktes unterzeichnet. Der Plan sieht den stufenweisen Abbau der Zoll- und Handelsschranken zwischen Argentinien, Brasilien, Bolivien, Chile, Paraguay Peru und Uruguay vor. Er tritt in Kraft, wenn er von einer für Februar 1960 nach Montevideo einberufenen Außenministerkonferenz gutgeheißen wird. Innerhalb von 12 Jahren soll im Bereich dieses Gemeinsamen Marktes völlige Freizügigkeit hergestellt werden.

Ein dreizehntes Monatsgehalt für alle Beamten forderten die Landesbeamtenausschüsse des Deutschen Gewerkschaftsbundes aus Hamburg, Bremen und Berlin auf einer Arbeitstagung in Bremen. Der Leiter der Hauptabteilung Beamte vom DGB-Bundesvorstand, Waldemar Reuter, wies darauf hin, daß seit der Verabschiedung des letzten Besoldungsgesetzes vom 1. April 1957 die Preise allgemein um 10 v. H. gestiegen seien. Gehaltserhöhungen habe es in dieser Zeit jedoch nicht gegeben. Damit sei das Realeinkommen der Beamten ständig gesunken. Die Differenz müsse deshalb mit einem dreizehnten Monatsgehalt ausgeglichen werden. Außerdem forderten die 25 Vertreter der drei Landesbeamtenausschüsse eine Kürzung der wöchentlichen Arbeitszeit der Lehrer um zwei Stunden.

Die Bundesrepublik hat Großbritannien im Export überholt, wie das britische Handelsministerium mitteilt. Vom Januar bis Juni 1959 belief sich die Gesamtausfuhr der Bundesrepublik dem Bericht zufolge auf 3,985 Mrd. Dollar und nahm damit in Westeuropa die erste Stelle ein. Großbritannien exportierte im gleichen Zeitraum für 3,892 Mrd. Im Vergleichszeitraum 1958 stand Großbritannien mit 3,77 Mrd. Dollar vor der Bundesrepublik (3,685 Mrd.) an der Spitze. Den dritten Platz nimmt im ersten Halbjahr 1959 Frankreich ein, das Waren im Werte von 1,93 Mrd. Dollar ausführte.

Als ersten Schritt zur Behebung der Schwierigkeiten im östereichischen Kohlenbergbau (vor allem Braunkohlenbergbau) beschloß das österreichische Kabinett die Einführung eines tolles von 70 Schiling pro Tonne für Heizölimporte. Das sogenannte „Heizöldumping“ war von verschiedenen Fachleuten als eine der Ursachen der gegenwärtigen Kohlenabsatzkrise in Österreich bezeichnet worden.