Xerxes hat, nach Herodot, beim Anblick seines unübersehbaren Heeres geweint, indem er bedachte, daß von diesen Allen, nach hundert Jahren, Keiner am Leben seyn würde: wer möchte da nicht weinen, beim Anblick des dicken Meßkatalogs, wenn er bedenkt, daß von allen diesen Büchern, schon nach zehn Jahren, keines mehr am Leben seyn wird.

Arthur Schopenhauer

Keine offiziellen Delegationen nach Leipzig

Die westdeutsche Rektorenkonferenz hat den ihr angeschlossenen Universitäten und Hochschulen empfohlen, sich nicht offiziell an der 550-Jahresfeier der Universität Leipzig vom 8. bis 17. Oktober zu beteiligen. Offizielle Vertreter, so erklärte der Präsident der westdeutschen Rektorenkonferenz, Professor Jahrreiss, würden sich nur vor die Wahl gestellt sehen, die Veranstaltungen gegebenenfalls „mit Eklat“ zu verlassen oder sich still zu verhalten und damit alle diejenigen zu enttäuschen, die sich von ihrem Kommen etwas versprochen hätten. Jedem einzelnen Professor sei natürlich eine private Teilnahme freigestellt.

Franzosen dürfen „monden“

Von „la lune“ (der Mond) haben die Franzosen für die Weltraumfahrer „alunir“ (monden) gebildet, analog zu „la terre“ (Land, Erde) und „atterrir“ (landen, freilich nicht: „erden“). Der heftige Streit über die Zulässigkeit der Neubildung wurde von den „Unsterblichen“ der Academie Française positiv entschieden: „alunir“ und „alunissage“ (Mündung, Mondlandung) werden in das Wörterbuch der Akademie aufgenommen. Viele Leute sind entsetzt über solche jugendlichen Kapriolen des altehrwürdigen Gremiums. Aber noch nie wurde – unseres Wissens und unseren Akademien ins Stammbuch – eine hohe akademische Institution auf die Dauer diskreditiert durch den Ruf, dem Neuen gegenüber aufgeschlossen zu sein.

Der uns sagte, was wir sehen müssen