In dem Beitrag „Gespräche am Bankschalter“ Ihrer Ausgabe vom 2. d. M. führen Sie aus:

„Und noch etwas veranlaßt die Verwaltungen, an den alten Dividenden festzuhalten bzw. eine Heraufsetzung zu betreiben, auch wenn dies bei Kapitalaufstockungen einen höheren Einsatz der Aktionäre verlangt: die Tantiemen der Vorstände und Aufsichtsräte sind weitgehend an den Dividendensatz gebunden. Ebenso die Jahresabschlußgratifikation der leitenden Angestellten und der übrigen Belegschaftsmitglieder – soweit entsprechende Betriebsvereinbarungen bestehen. Eine Herabsetzung der Dividende würde also eine Kürzung dieser Bezüge bedeuten. Kein Mensch sägt gern einen Ast ab, auf dem er sitzt. Tatsächlich wäre es auch schwer zu verstehen, wenn die dividendenabhängigen Bezüge nur deshalb ermäßigt werden, weil man aus Gründen der Kapitalmarktförderung den Dividendensatz senkt (verbunden natürlich mit einem niedrigen Bezugskurs). Derartige Bezüge müßten sich bei einer Änderung der bisherigen Dividendenpolitik an dem Betrag orientieren, den die Gesellschaft für die Aktionäre zur Verfügung stellt.“

In diesen Ausführungen wird den Verwaltungen eine Denk- und Handlungsweise unterstellt, die ich für die Verwaltung der Badischen Anilin- & Soda-Fabrik AG zurückweisen muß. Ich darf folgendes zu Ihrer Erinnerung bringen: Bisher war die Höhe der Tantieme für den Aufsichtsrat der Gesellschaft an die Dividendensumme geknüpft. Wäre die entsprechende Satzungsbestimmung, die offenbar Ihren Vorstellungen entspricht, beibehalten worden, so ergäbe sich für 1959 eine fast um die Hälfte höhere Aufsichtsratsvergüfung als für 1957. Damals kam eine Dividende von 11 v. H. auf 612 Mill. DM Kapital zur Ausschüttung, während für 1959, wenn der Rest des Geschäftsjahres erwartungsgemäß verläuft, doch jedenfalls mit der letztjährigen Dividende von 14 v. H. auf ein Grundkapital von 700 Mill. DM gerechnet werden kann. Durch den im letzten Jahr ausgesprochenen Verzicht und durch die jetzt vorgenommene Satzungsänderung bleibt demgegenüber trotz erhöhtem Kapital und höherer Dividende die Aufsichtsrafstantieme die gleiche wie im Jahr 1957. Für jeden objektiven Betrachter dürfte die Verwaltung damit bewiesen haben, daß sie sich in ihrer Dividendenpolitik nicht von dem Gedanken leiten läßt, eine möglichst hohe Tantieme für sich herauszuschlagen. Hätte sich die Verwaltung Ihren Überlegungen anschließen können, die auf einen niedrigeren Bezugskurs bei entsprechender Verringerung des zukünftig zur Ausschüttung kommenden Dividendenprozentsatzes hinauslaufen, so hätte sie sich auf der anderen Seite auch nicht gescheut, eine Erhöhung der Tantieme vorzunehmen bzw. vorzuschlagen, wenn ihr dies als angemessen erschienen wäre. In keinem Fall würde sie ihre Entscheidung darüber, was für die Gesellschaft richtig und zweckmäßig ist, von den etwaigen Auswirkungen dieser Entscheidung auf die Tantiemenhöhe abhängig machen. Hermann J. Abs

BASF und Prämiensparen

In einer Artikelreihe haben Sie ausführlich einige Neuemissionen am Aktienmarkt und Kapitalerhöhungen behandelt. Gestatten Sie mir, daß ich hierzu noch etwas ergänze, und zwar im Hinblick auf das Sparprämiengesetz.

Bleiben wir bei Ihrem Beispiel der Kapitalaufsfockung der BASF und der Frage, was der Inhaber einer Aktie über 1000,– DM nominal tun kann. Hier ist ein weiterer Vorschlag: Er kaufe vier Bezugsrechte dazu, so daß er zwei junge Aktien erhält. Diese jungen Aktien legt er mit einem Sperrvermerk für fünf Jahre fest (genau bis zum 1. 7. 1964) und er erhält nun eine Sparprämie von 20 v. H. des Aufwands für die jungen Aktien = 120,– DM nach dem Sparprämiengesetz. Höchstgrenze der Prämie für den Ledigen = 120,– DM und für das Ehepaar = 240,– DM.