Im Sicherheitsrat sitzen als ständige Mitglieder die fünf Großmächte oder besser, was man 1945 für Großmächte hielt: die USA, die UdSSR, Großbritannien, Frankreich und das auf Formosa reduzierte China. Zu diesen fünf Großmächten kommen sechs kleine Nationen, von denen die Hälfte jedes Jahr neu gewählt wird.

Soeben mußte die Vollversammlung für die Ausscheidenden – Kanada, Japan und Panama – Ersatz wählen. Tagelang wurde abgestimmt, weil die Versammlung für keinen der beiden rivalisierenden Mächte: Polen und Türkei, eine Zweidrittel-Mehrheit zustande brachte. Während man sich im Handumdrehen über Ekuador und Ceylon einigte. Dabei fragt man sich, wie wohl der Vertreter von Ceylon, das seit Jahren mit der Ordnung im eigenen Staat auf dem Kriegsfuß lebt, bei der Aufrechterhaltung der internationalen Ordnung seinen Mann stehen soll.

Fast jedes asiatische Land hat schwer mit Gegensätzen und Spannungen zu kämpfen: religiösen, sprachlichen, sozialen oder völkischen. Ceylon aber hat sie alle aufs Mal, wie erst kürzlich bei der Ermordung des Ministerpräsidenten Bandaranaike deutlich wurde. Nicht einmal die ultima ratio: Militärdiktatur ist als Ausweg dort möglich, weil die Soldaten Buddhisten sind, die Offiziere aber Christen. D.