Trauer herrscht in Etons Hallen und auf den weiten Spielplätzen dieser vor über fünfhundert Jahren von Heinrich VI. gegründeten und neben Harrow berühmtesten Schule Englands. Was sich dieser Tage dort zugetragen hat, ist einzigartig in der Geschichte dieser Anstalt. Das hohe Direktorium der Schule, auf der Großbritanniens politische, wirtschaftliche und geistige Führer heranwachsen, hat sich zu dem bemerkenswerten Entschluß durchgerungen, das Fußballspielen vorübergehend zu verbieten. Nur die erste repräsentative Mannschaft der Schule ist davon verschont geblieben. Und der Grund zu diesem Edikt? Die Dürre ist’s, die nun schon seit Monaten ganz Europa heimsucht. Sie hat die sechsundzwanzig Spielplätze Etons so knallhart ausgetrocknet, daß in den letzten beiden Wochen in dem Internats-Krankenhaus mehr Zugänge zu verbuchen waren, als bei den großen Grippe-Epidemien der letzten beiden Jahre. Insgesamt mußten sechsunddreißig Jungen mit gebrochenen Schlüsselbeinen, angeknackten Armen und gesplitterten Schienbeinen auf den Tisch des Chirurgen und danach in einen Gipsverband gelegt werden. Die Jagd nach dem runden Leder war die Ursache dieser Katastrophe. Nun warten, wie allüberall die Bauern, auch Etons fußballfreudige Jungen mit Sehnsucht auf den ersten Regen. Nur die der ersten Mannschaft hat fürderhin gut lachen: Ihr Platz wird eigens gewässert, w. f. k.