Kleine Eifelfahrt im Herbst – Vor 15 Jahren: Die Schlacht an der Grenze

hst, Düren

Von Köln aus ist es nicht weit. Wenn hinten die Domtürme verschwinden, taucht vorne schon der schlanke Schornstein der Mechernicher Bleibergwerke auf. Dahinter fängt die Eifel an: Rote Erde, karger Boden, kurzes Gras, Mischwald. Man dreht das Wagenfenster hoch, weil es kalt wird. Schon jetzt.

In Morsbach fragen. wir nach dem Weg zur Urft-Talsperre. „Da können Sie nicht hin“, heißt es. „Militärisches Gebiet.“ – „Und wie kommen wir nach Wollseifen?“ Der Mann zeigt auf zerschossene Häuser rechts von der Straße: „Das ist Wollseifen, da wohnt aber niemand mehr. Auch militärisches Gebiet.“

An einem Mast vor dem Dorf ging eine rote Fahne hoch. Und der Mann erklärt: „Heute wird wieder geschossen. Die Belgier üben hier.“ Und er sagt: „So hat das schon mal angefangen.“ An manchen Stellen stehen noch die Schilder aus der Westwall-Zeit vor zwanzig Jahren: „Sperrgebiet! Verboten ist...“ Es folgt eine lange, jetzt ziemlich unleserliche Liste.

Westwall-Trümmer

Die neuen Schilder sind gut und weithin lesbar: „Militärisches Gebiet! Zutritt verboten. Zuwiderhandelnde werden“... heißt es da in Französisch, Flämisch und Deutsch. Rechts im Gelände liegen die Reste des Westwalls: graue, ungefüge Betonklötze, an vielen Stellen auseinanderklaffend, Überbleibsel einer Milliardenanlage, die einmal als uneinnehmbar galt. Alle paar hundert Meter liegen nun die Brocken umher. Aber es sind die einzigen Trümmer, die es hier noch gibt, obwohl das ganze Gebiet vor 15 Jahren Kampfgelände war – monatelang.