Die steigenden Butterpreise sollen durch Importe gesenkt werden. Wie das Bundesernährungsministerium mitteilt, sollen jetzt Einfuhrmöglichkeiten gegenüber allen nur irgendwie in Betracht kommenden Ländern eröffnet werden. Man hofft dabei auf Auslandsangebote, die preislich günstig liegen und daher dazu dienen können, die einheimischen Preise zu dämpfen. – Die Buttererzeugung in der Bundesrepublik ist infolge der anhaltenden Dürre wesentlich niedriger als erwartet. Dadurch ist eine gewisse Knappheit eingetreten, die zur Verteuerung geführt hat, zumal der Trinkmilch-Verbrauch nicht eingeschränkt werden soll. Nach der Mitteilung des Ministeriums werden schon seit Wochen größere Posten aus den Beständen der Einfuhr- und Vorratsstelle auf den Markt gebracht.

*

Das im Mai auch von den Großbanken der Bundesrepublik aufgenommene Geschäft der „persönlichen Kleinkredite“ hat sich gut eingespielt. Kreditnehmer sind zum großen Teil kleine bis mittlere Angestellte, Arbeiter und Beamte, also Angehörige von Bevölkerungsschichten, die sich bisher nicht als „bankfähig“ betrachteten, die die Banken aber gern als neue Kunden heranziehen möchten. – Nach Untersuchungen in verschiedenen Großstädten, die von einer der Banken durchgeführt wurden, machten Angestellte etwa 60 bis 70 v. H. und Arbeiter rund 30 v. H. der Kreditnehmer aus. Im Durchschnitt liegen die einzelnen Kredite bei 1 500 DM, während die Höchstgrenze 2000 DM beträgt. Die äußerste Laufzeit von zwei Jahren wird nur von etwa einem Drittel der Schuldner in Anspruch genommen. In der Mehrzahl der Fälle begnügt man sich mit einer Laufzeit von einem oder eineinhalb Jahren.

*

Der garantierte Mindeststundenlohn in Frankreich wird ab 1. November um voraussichtlich 4,10 ffrs auf 160,10 ffrs erhöht. Der Index der Lebenshaltungskosten hat auch im September mit 120,30 ffrs, und damit zum zweitenmal die Meßzahl 119,27 Überschriften (Juli 1957 gleich 100). Die neue Lohnerhöhung betrifft etwa 800 000 Lohnempfänger, das sind 8 v. H. der Arbeiter. Die nächste Stufe, bei deren zweimaliger Überschreitung eine neue Lohnerhöhung vorgenommen werden müßte, wurde auf 122,4 ffrs festgesetzt. – Obwohl die Regierung seit einigen Tagen einen verschärften Kampf gegen die Erhöhung gewisser Lebensmittelpreise führt und Höchstpreise für Butter und Käse verordnet hat, wird es für möglich gehalten, daß der Mindestlohn Anfang 1960 nochmals erhöht werden muß.

Aus den Unterlagen von 700 Industriegesellschaften geht hervor, daß auf Grund der neuen Rentengesetze die freiwilligen Sozialleistungen dieser Betriebe zurückgegangen sind. Der Rückgang betrug 1957 7,4 v.H., während die gesetzlichen Sozialleistungen um 19,1 v. H. stiegen. Im Verhältnis zu den in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Löhnen und Gehältern ergibt sich nach den Erhebungen des Statistischen Bundesamtes ein Rückgang der freiwilligen Sozialleistungen auf 13,1 v. H. (15,3 v. H.), hingegen bei den gesetzlichen eine Erhöhung von 12,2 auf 13,4 v. H. Nach den Unterlagen der Industriebetriebe und der Erhebung des Statistischen Bundesamtes kann der zusätzliche Sozialaufwand auf rd. 10 Mrd. DM geschätzt werden. Hieraus ergibt sich, daß im Durchschnitt je Arbeitnehmer rd. 500 DM zusätzliche Sozialleistungen aufgewendet wurden. Zu den Schwerpunkten gehören betriebliche Altersfürsorge, Weihnachts- und Abschlußgratifikationen, Erfolgsprämien, Maßnahmen zur Erhaltung und Hebung der Arbeitskraft und Leistungsfähigkeit.