Ein sicheres Zeichen von einem guten Buch ist, wenn es einem immer besser gefällt, je älter man wird. G. Ch. Lichtenberg

Anouilh oder der Erfolg

Jean Anouilh errang mit seinem neuen Stück, das dieser Tage in Paris uraufgeführt wurde, einen weit eindeutigeren Erfolg als vor drei Wochen Sartre mit den „Gefangenen von Altona“. Der neue Anouilh heißt „Becket oder die Ehre Gottes“ und behandelt das Leben des heiligen Thomas von Canterbury, Im übrigen werden in diesem Winter nicht weniger als vier Pariser Bühnen Dramen von Anouilh spielen: Das ist auch in einer Theaterstadt wie Paris ein Zeichen ungewohnlicher Beliebtheit.

Auszeichnung für Wilder

In Wien wurde der amerikanische Autor Thornton Wilder mit dem Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet. Die Auszeichnung gilt seinen Bemühungen, österreichische Schriftsteller in den USA bekannt zu machen.

Münchinger und Gründgens in die UdSSR

Im Rahmen des deutsch-sowjetischen Kulturabkommens ist als erste deutsche Abordnung das Stuttgarter Kammerorchester mit seinem Dirigent ten Professor Karl Münchinger nach Moskau geflogen. Es soll in Moskau, Leningrad und Tiflis zehn Konzerte geben. Vom 30. November bis 20. Dezember wird (wie schon kurz gemeldet) das Ensemble des Deutschen Schauspielhauses Hamburg mit seinem Intendanten Gustaf Gründgens nach Rußland reisen, um in Moskau und Leningrad „Faust I“ und den „Zerbrochenen Krug“ in deutscher Sprache aufzuführen.