Jamaika hat vor einiger Zeit ein Verbot für Importe aus der Südafrikanischen Union erlassen. Von dieser Maßnahme werden Exporte der Union im Wert von 600 000 £ betroffen. Neuerdings bereitet der Union der Entscheid der Gewerkschaften in Ghana und Kenya Sorgen, südafrikanische Waren zu boykottieren. Im letzten Jahr verkaufte Südafrika nach Ghana Waren im Werte von 1 517 000 £; die Ausfuhr nach Kenya bezifferte sich auf 3 216 000 £. Kenya war für die Union der zweitbeste Absatzmarkt in Afrika (der beste ist Rhodesien). Die Gefahr besteht, daß sich Ägypten, Nigerien, Uganda, Tanganjika und andere afrikanische Länder dem Boykott anschließen. Ägypten kaufte im vergangenen Jahr von der Südafrikanischen Union Waren für 2000000 £, Nigerien für 500 000, Uganda und Tanganjika für insgesamt 1500 000.

Für den Monat Oktober hatte die Südafrikanische Union eine Handelsausstellung in Nairobi geplant. Die Ausstellung ist jedoch verschoben worden, da die afrikanischen Gewerkschaften in Kenya, Uganda und Tanganjika mit dem Boykott südafrikanischer Waren gedroht haben. In der Union selbst sind die Versicherungsgesellschaften nicht mehr bereit, Verladungen nach Ghana und Britisch-Ostafrika zu versichern. Man rechnet mit der Möglichkeit, daß der Handelsverkehr zwischen diesen Ländern langsam einschlafen werde. Südafrikanische Kreise befürchten, daß durch den Boykott Umsätze im Betrag von 9000 000 £ verlorengehen könnten. – Die afrikanischen Länder; sind bis jetzt die besten Kunden der Industrie in der Südafrikanischen Union. Schwarzafrika versucht jedoch, mit Boykottmaßnahmen die Entwicklung der Union zu stören. B. J. M.