o. f., Hamburg

Die Katze läßt das Mausen, manchmal. Diese zoologische Erkenntnis hat ein Gepäckträger im Hamburger Hauptbahnhof gewonnen, amtlich sozusagen, obwohl er keineswegs zur Verhaltensforschung beauftragt ist.

Allerdings hat er den amtlichen Auftrag, sich um die drei bahnamtlichen Katzen zu kümmern.

Es gibt nämlich Leute, die ihr Gepäck länger in der Aufbewahrung stehenlassen, als die Verpackung den Mäusezähnen standhält. So hat die Bundesbahn die drei Katzen bestallt. Sie aber sitzen in der Bahnhofshalle unter einer Heizung und wärmen sich.

Manchmal sitzen dort auch nur zwei. Dann ist die dritte – so erzählt der Sonderbeauftragte Gepäckträger – zumeist nicht auf Mäusefang, sondern von irgendeiner alten Dame in der Einkaufstasche entführt worden. Was soll denn auch das arme kleine Tier verlassen in einem Großstadt-Hauptbahnhof?

Es scheint in solchen Fällen nicht leicht zu sein, das Trio wieder zu vervollständigen. Man munkelt etwas von Antragsformularen in dreifacher Anfertigung und vom Dienstweg.

Und dies nun ist die betrübliche Geschichte von der Katze, die das Mauden läßt. Die Forderung, daß kein Bundesbahnbediensteter hungern soll, gilt auch für sie. Im Etat sind pro Tag und Katze dreißig Pfennig vorgesehen.