In Ihrer Ausgabe Nr. 39 vom 25. 9. haben Sie unter der überschritt „Rechnungen mit der BASF-Aktie“ u. a. die Frage (2) gestellt, ob es nicht günstigere Anlagemöglichkeiten als den Bezug junger BASF-Aktien zum Kurs von 300 v. H. gibt und sodann für die jungen Aktien eine Rendite von rund 4,6 v. H. errechnet. Die Rechnung beruht auf einem Irrtum, den noch immer viele Wertpapierbesitzer begehen.

Nach Ihrem Beispiel stellt das 700,– DM alter Aktien anhängende Bezugsrecht einen Wert von 7 × 19 = 133,– DM dar, für welchen man beispielsweise nom. 100,– DM Aktien der Bremer Straßenbahn (letzte Div. 5 v. H. + 2 v. H.) erwerben könnte. Verzichtet man auf diese Neuanlage und verwendet den nicht realisierten Gewinn von 133,– DM für den Bezug einer neuen Aktie der BASF, so errechnet sich selbstverständlich eine Aufwendung von

300,– DM Bezugskurs

+ 133,– DM auf die verzichtet wurde

– 433,– DM für die neue Aktie. Eine Dividende

von 14 v. H. stellt demnach eine Rendite von nur 3,23 v. H. dar, oder mit anderen Worten, der Bezieher der jungen Aktien hat diese zu etwa dem gleichen Preis erworben, den die alte Aktie wert ist. (450 v. H. J. Bezugsrecht 19 v. H. = 431 v. H.).

Sofern also der Wert eines Bezugsrechts wie bei Ihrem Beispiel der rechnerischen Parität entspricht, kostet die junge Aktie genauso viel wie die alte Aktie. Die Frage, die sich der Aktionär zu stellen hat, dürfte eigentlich nur die sein, ob die jeweilige Kurshöhe eine Neuanlage zu eben diesem Kurs chancenreich erscheinen läßt. Bruno Niecke, Bremen