Als Elizabeth II. bei ihrem Regierungsantritt Hausherrin des Buckingham-Palastes wurde, war ihr erster Wunsch bei der Modernisierung der Privatgemächer: eine zeitgemäße Küche! Und Prinz Philip studierte nicht nur Prospekte und Kataloge, sondern war auch auf den Messen des Landes zu sehen, um dann selbst die Installation des nach langer Prüfung Ausgesuchten zu überwachen.

Dreizehn Millionen deutsche Hausfrauen wünschen sich mehr noch als die Traumküche der Königin einen Mann, der sich ähnlich für ihren Werkplatz interessieren möchte. Die wenigsten von ihnen sind ja in der glücklichen Lage beispielsweise der Schwedin, für die es selbstverständlich ist, beim Einzug in ihre Wohnung auch eine moderne Einbauküche vorzufinden. Die meisten rackern sich immer noch ab unter Arbeitsbedingungen, die weder dem Stand der Technik noch der Finanzkraft ihrer Hausherren entsprechen. Sie alle leiden darunter, daß sich bei uns zulande Männer traditionell nicht um Küchendinge zu kümmern pflegen.

Gewiß enthält die UNO-Statistik, wonach man für das Hauswesen in Deutschland am meisten Zeit aufwendet, ein Lob für Arbeit und Fleiß unserer Frauen. Aber ob die 109 bis 122 Wochenarbeitsstunden, die man uns nachrechnete, nicht doch auch sehr viel Unrationelles an längst überholtem bedeuten? Auch amerikanische Haushaltungen sind gepflegt, und dennoch benötigt die „schnellste Hausfrau der Welt“ nur die Hälfte der Zeit, nämlich 63 Stunden. Zahlen, die den Ehemännern in Deutschland das Gewissen schärfen sollten, wenn sie in den nächsten Wochen darangehen, das weihnachtliche Geschenk-Budget aufzustellen!

Kein Zweifel: jede zweite Frau wünscht sich eine neue Küche. Und noch viel mehr hätten eine nötig. Denn wenn auch Kühlschrank, Waschautomat und mancher andere Apparat längst angeschafft sein mögen – die grundsätzliche Neugestaltung des häuslichen Arbeitsbereiches steht bei allzu vielen immer noch aus. Die große Reform, die in der Anschaffung einer Anbauküche gipfelt!

Die Wissenschaft von der funktionsgerechten Küche ist noch nicht alt und ein rechtes Kind unserer Zeit. Dennoch sind die Forschungsergebnisse so weit ausgereift, daß man getrost sagen darf, die Ein- und Ausbauküche von heute wird auch die von morgen sein und ein Hausfrauendasein überdauern. Vor allem ist jene allen auf Zweckmäßigkeit gerichtete Vorstellung überwunden, die meinte, der häusliche Arbeitsplatz werde einmal der Kanzel eines Raumschiffes ähneln und von Technikerinnen im weißen Kittel bedient werden.

Es ist bezeichnend, daß heute Architekten vom Rang eines Sepp Ruf als Schöpfer zeitgerechter Anbauküchen auftreten. Ihr Arbeitsmaterial sind die gleichermaßen hitze-, säure- und fleckenfesten neuen Kunststoffe, die der Hausfrau so unendlich viel Arbeit ersparen, weil sie auch ohne großes Putzen saubergehalten – werden können. Es gibt alle Farbzusammenstellungen, wobei es sich besonders bewährt hat, elfenbeinfarbige Typen mit Teilen zu kombinieren, deren Türen rosa, blau oder gelb sind. W.