Die Frist zur erleichterten Umwandlung von Kapitalgesellschaften läuft erst Ende dieses Jahres ab. Aber es hat sich bereits gezeigt, daß sie zu knapp bemessen war, zumal die Durchführungsverordnungen im allgemeinen erst sehr spät erlassen worden sind. Deshalb wird von den interessierten Gruppen eine Fristverlängerung angestrebt. Immerhin kann man schon heute eine Zwischenbilanz über die Auswirkungen dieses Gesetzes aufstellen.

Von den Gesellschaften „mit beschränkter Haftung“ wurden die vom Gesetzgeber gebotenen Möglichkeiten sehr weitgehend ausgenutzt, hauptsächlich aus steuerlichen Gründen. Dabei handelt es sich ausschließlich um Gesellschaften mit einem oder nur wenigen Gesellschaftern, die in Einzelfirmen und „Offene Handelsgesellschaften“ oder seltener in Kommanditgesellschaften umgewandelt worden sind. Konzerngebundene Gesellschaften mit beschränkter Haftung sind nur in relativ wenigen Fällen auf die Konzernspitzen übergegangen.

Verglichen mit der Umwandlung der Gesellschaften mit beschränkter Haftung ist die Zahl der Umwandlungen von Aktiengesellschaften verhältnismäßig gering. Von einer Flucht aus der Aktiengesellschaft und damit aus der Publizität kann keinesfalls in dem Umfange gesprochen werden, wie dies oft geschehen ist. Zunächst wurde eine große Zahl von Aktiengesellschaften umgewandelt, die lediglich Grundstücke u. ä. verwalteten. Typisch sind ferner die Umwandlungen zur Konzernstraffung, vor allem innerhalb der Grundstoffindustrie, wobei insbesondere Hoesch, Klöckner und Mannesmann sowie Rheinstahl zu erwähnen sind, in deren Bereich jeweils mehrere Aktiengesellschaften umgewandelt wurden. Dabei sind in allen Fällen aber die Konzernspitzen erhalten geblieben.

Insgesamt dürften etwa 100 tätige Aktiengesellschaften der Industrie umgewandelt worden sein. Zum weitaus größten Teile handelt es sich dabei (neben den Konzerngesellschaften) um reine Familiengesellschaften. So bedauerlich das Ausscheiden dieser Gesellschaften aus der öffentlichen Berichterstattung ist, so wird man den Besitzern der Unternehmen es kaum verargen können, daß sie sich vor ihren Konkurrenten nicht „ausziehen“ wollen.

Versuchen wir den Einfluß der Umwandlungen auf die Publizität zu umreißen, dann ergibt sich, daß zwar manche bedauerliche Lücke entstanden, aber eine wesentliche Beeinflussung des Gesamtbildes wohl kaum eingetreten ist. Dies vor allen Dingen deswegen, weil die weitaus größte Zahl der umgewandelten Unternehmen ohnehin sehr zurückhaltend mit ihren Veröffentlichungen gewesen ist und die Konzerngesellschaften nur Bilanzen mit begrenztem Erkenntnis wert veröffentlichten. Über die Konzernspitzen wird außerdem auch das wichtigste Material einer großen Zahl von umgewandelten Gesellschaften weiterhin bekannt. Pl.