Streit um den neuen Chefarzt des St.-Antonius-Krankenhauses

hst., Köln

Der Bürgerverein Köln-Bayenthal hatte zum 17. Oktober 1959 zu einer „außerordentlichen Bürgerversammlung“ eingeladen. „Die Lage ist ungewöhnlich“ hieß es in dem Rundschreiben, das an „alle Haushaltungen“ ging. So war trotz des schönen Wochenendes der kleine Saal des Goltsteiner Hofes bis zum letzten Platz besetzt.

Was der Bürgerverein Köln-Bayenthal so ungewöhnlich fand, war unter Punkt 1 der Tagesordnung zu lesen: Besetzung einer Chefarztstelle im St.-Antonius-Krankenhaus. „Die Arbeit des Krankenhauses (in Köln-Bayenthal) ist unerwartet in Gefahr geraten, da die Stelle eines Chefarztes für die Innere Abteilung in einer Weise besetzt werden soll, die den berechtigten Wünschen unserer Mitbürger und auch den wohlverstandenen Interessen des Krankenhauses nicht entspricht.“

Der Vorsitzende begründete die Protest-Versammlung bei der Begrüßung so: „Das Antonius-Krankenhaus ist – so könnte man fast sagen – unser Krankenhaus. Denn im Paragraphen 1 unserer Satzungen heißt es: Der Verein hat die Gesamtinteressen der Bevölkerung zu vertreten...“

Und der Redner des Abends – Dr. Schäfer – erklärte: „Durch die Besetzung der Chefarztstelle mit diesem Dr. Marsch ist eine Situation entstanden, die es an den Voraussetzungen für jede Heilung fehlen läßt...“ Dr. Schäfer ist Jurist.

Enttäuschte Erwartungen