Schriftsteller, die ihrem Weltbild sprachlich nicht gewachsen sind, nennt man in Deutschland Seher. Gottfried Denn

Ist Glück erlernbar?

In Wien eröffnete Fritz Hugl, ehemals Croupier, eine „Schule der Glücksspiele“, deren Direktor und einziger Lehrer er ist. Seine Gegner behaupten, ein solches Unternehmen sei unmoralisch; der Erfinder sagt, es sei noch viel unmoralischer, Leute spielen zu lassen, die von Roulette keine Ahnung hätten. Fritz Hugl verspricht seinen Schülern keinen Reichtum, er versichert ihnen jedoch, ihren nächsten Urlaub könnten sie gewiß auf Kosten der Kasinos verbringen. Er ist der Erfinder von sechsundzwanzig verschiedenen, gewinnversprechenden Spielsystemen. Diese Schulgründung (der Kurs kostet tausend Schillinge) ist wohl – sein siebenundzwanzigstes System, und gewiß sein sicherstes.

Werner Krauss †

Am Dienstag früh verstarb in Wien nach langer Krankheit im Alter von 75 Jahren der Schauspieler Werner Krauss. In unserer nächsten Nummer werden wir dem Künstler ein Porträt widmen.

Pound dichtet wieder

Der amerikanische Lyriker Ezra Pound, der dreiundsiebzigjährig auf einem Schloß in der Nähe von Meran lebt, wird wahrscheinlich in den nächsten Monaten eine Fortsetzung seines großen Gedicht-Zyklus, der Cantos, veröffentlichen. Feststeht, daß die Öffentlichkeit seine Werke heute mit viel größerem Mißtrauen aufnehmen wird als vor ein paar Jahren, da er ihr nur als ein Irrender galt, der mit seiner Internierung in einer amerikanischen Anstalt schwer genug betraft war.