So ist’s richtig. Wenn in Zukunft alle unsere großen Fußballspiele wie unlängst in Köln beim Länderspiel gegen Holland (das wir ja mit sieben zu null Toren gewonnen haben) mit einem Gemeinschaftssingen eingeleitet werden, dann brauchen wir uns um die guten Sitten auf unseren Sportfeldern wohl keine Sorgen mehr zu machen. Heißt es nicht: „Wo man singt, da laß dich ruhig nieder; böse Menschen haben keine Lieder“ ? Im Müngersdorfer Stadion wurde solch sängerische Tat zum ersten Male bei uns vollbracht, und siehe da – es hatte dieselbe heilsame Wirkung wie in den angelsächsischen Ländern, wo das Community singing uralter und noch immer gern gepflegter Brauch ist. Auch dort, wo man nicht so stimmgewaltig und sangesfreudig ist wie in der Metropole am Rhein und dort, wo nicht so nette und so schmucke holländische Meisjes ins Stadion einziehen wie diesmal in Köln, wird diese Medizin uns ihren Zauber nicht versagen. Man muß die Sache nur richtig anpacken. Wie sagte doch Schiller? „Ach, noch leben die Sänger; nur fehlen die Taten, die Lyra freudig zu wecken; es fehlt, ach! ein empfangendes Ohr.“

Da dieser Sängerwettstreit gar dem Vorsitzenden des Deutschen Fußball-Bundes, Peco Bauwens, so gut gefallen hat, dürfen wir wohl hoffen, daß es nicht beim ersten Versuch bleibt und daß bald auf allen unseren Sportplätzen ein fröhliches Singen anhebt; denn die Musik ist eine hohe und feine Sprache, mit ihrem freundlichen Zutun geht wirklich vieles leichter. Und zudem lehrt uns die Erfahrung, daß Gesang und Hörnerschall nicht bleiben an den Orten, da der Teufel regiert, denn die Gottlosen sind der Musika nicht wert. w. f. k.