Ein glückliches Buch zum fünfundzwanzigjährigen Jubiläum des Wolfgang Krüger Verlags

Von Ruth Herrmann

Beginnen wir mit einem Dialog:

„Ich hasse es, wenn Menschen alles verallgemeinern. Capone war ein Gangster, also sind alle Italiener Gangster. Der jüdische Krämer an der Ecke ist ein Gauner, also sind alle Juden Gauner. Ein Junge aus Porto Rico überfällt ein Mädchen im Park, also sind alle Portoricaner Mörder, und sie verderben die Stadt. Weist sie aus!“

„Harold, ich will niemanden ausweisen. Ich sage nur, man holt Menschen aus ihrem eignen Land, wo sie nach ihrer Weise leben, nach ihren Vorstellungen, bringt sie zu Zehntausenden hierher in eine ganz neue Umgebung, da muß es Probleme geben.“

„Also die Iren machten Probleme, als sie herüberkamen, und die Italiener und die Deutschen und die Juden –“

„Das ist richtig, aber du mußt eins nicht vergessen, Harold. Die Leute, die damals hier waren, sahen sie auch nicht gerne ins Land kommen. Sie haßten uns mit unseren Synagogen, Rosenkränzen, Stiletten... Und weißt du was? Man konnte es ihnen nicht verargen, in einer Weise. Aber die Wirtschaft wenigstens brauchte uns. Das war eine ganz andere Geschichte.“