Abwasch – schon das Wort ist scheußlich. Der kürzlich veranstalteten Umfrage nach der unbeliebtesten Hausarbeit hätte es kaum bedurft, um zu wissen: Nichts ist der Hausfrau verhaßter als Geschirrspülen! Unproduktiv, schmutzig, schrecklich für die Hände, nervenaufreibend wegen der ewigen Bruchgefahr, dennoch langweilig, vor allem aber zeitraubend, so charakterisierten Nur-Hausfrauen und Berufstätige gleichermaßen das alltägliche Ungemach des Spülbeckens.

In manchen Familien ist die Frage: „Wer spült?“ ein ewiger Stein des Anstoßes. Wer kennt die Szene nicht: Die Tochter will ins Kino, die Hausgehilfin wünscht ihren Feierabend; schließlich ist es die Hausfrau, die sich seufzend erhebt und in die Küche geht, damit der Abwasch nicht alt wird und am nächsten Morgen noch mehr Arbeit macht! In Haushaltungen aber, wo es kein Mädchen mehr gibt, verzichtet man heute nur allzuhäufig auf das Vergnügen einer festlich gedeckten Tafel, ja, scheitern sogar Einladungen an der Angst vor dem Geschirrberg, der die unausbleibliche Folge jeder Gaumenfreude ist.

Gewiß hat die Technik manche Erleichterung beschert, allen voran das laufende warme Wasser, das heute in keiner Küche mehr fehlen sollte. Auch gibt es (für rund 400 DM) äußerst praktische Kunststoffspülen in hübschen Farben und so konstruiert, daß das böse Geschäft leichter, schneller und sicherer vonstatten geht. Aber die Arbeit selbst, das Hineinlangen ins heiße Fettwasser, muß halt nach wie vor getan werden. Es sei denn, man entschließt sich zur Anschaffung eines Geräts, das nicht billig und in deutschen Haushaltungen noch verhältnismäßig selten anzutreffen ist: des Spülautomaten.

Die angebotenen Fabrikate haben die Kinderkrankheiten früherer Modelle überwunden. Geschirr und Bestecke werden fleckenlos sauber und infolge des hohen Hitzegrades auch keimfrei. Erfreulich der verhältnismäßig geringe Wasserverbrauch, die hohe Sicherheit. Auch sehr wertvolles Porzellan kann getrost dem viermaligen Wasserwechsel bei 70 bis 80 Grad Temperatur ausgesetzt werden. Die Geschirrkörbe des meist frontal zu öffnenden Apparats fassen bis zu hundert Porzellan- und Besteckteile, also den Abwasch eines zehnköpfigen Mittagstisches. Die Bedienung beschränkt sich auf das Einräumen, die Zugabe eines Spülmittels und einen Druck auf den Anlasser. Alles weitere, auch das Ausschalten, geschieht selbsttätig. Ein Heißluftgebläse trocknet das Geschirr tafelfertig.

Die meisten Geräte sind heute einfach zu reinigen. Dennoch sollte man darauf besonders achten, damit die Zeitersparnis nicht durch eine neue Arbeit gekürzt wird. Als Neuerung interessant ein fahrbares Modell, das an die Tafel gerolllt wird und das Geschirr ohne den Umweg aber den Schrank gleich bis zum nächsten Tischdecken aufbewahrt. Die Preise: etwa 1700 bis 2300 Mark.

W.