R. S. Bonn, im Oktober

Der Bundesverteidigungsminister hat sich wieder einmal als ein energischer und geschickter Vertreter seiner Interessen erwiesen. Es ging im den neuen Staatssekretär in seinem Hause. Der Bundeskanzler hätte gern den Personalchef des Verteidigungsministeriums, Ministerialdirektor Gumbel, zum Nachfolger von Dr. Rust gemacht, Gumbel arbeitete früher im Bundeskanzleramt, in das er jetzt wieder zurückkehrt (als Stellvertreter von Staatssekretär Globke) und genießt im besonderen Maße das Vertrauen des Bundeskanzlers. Strauß dagegen verlangte die Ernennung von Ministerialdirektor Hopf, der bisher seine Haushaltsabteilung geleitet hat.

Mag sein, daß zwischen ihm und Hopf ein engeres Vertrauensverhältnis besteht. Vielleicht ist Strauß auch von der sehr freimütigen Art eingenommen, mit der Hopf seine Ansichten vertritt, wenn sie auch von der Meinung des Chefs abweichen. Dies freilich würde sehr für den Chef sprechen.