Die Spitze des Auswärtigen Amtes wird reformiert. Es gibt aber kein großes Revirement. Wenigstens in den nächsten Monaten nicht. Einige Umbesetzungen wie die in der Leitung der Rechts- und der Personalabteilung gehören mehr oder weniger zum üblichen Wechsel in der führenden Garnitur.

Mit der Entsendung Dr. Dittmanns auf den Botschafterposten in Rio de Janeiro und seinem Weggang aus der Zentrale wird eine Konzeption aufgegeben, die sich nicht bewährt hat. Zwar soll die Zusammenarbeit zwischen dem Staatssekretär van Scherpenberg und den beiden Unterstaatssekretären Dittmann und Knappstein – die nicht so genannt und nicht als solche bezahlt werden durften – im allgemeinen recht gut gewesen sein. Aber doch wohl nur in der internen Arbeitsaufteilung. Und selbst da ist es wohl gelegentlich zu Überschneidungen gekommen. Nach außen hin, also im Verkehr mit den Botschaften, aber hat sich diese Konstruktion offensichtlich nicht bewährt.

Nun will Brentano auf einen schon vor langer Zeit erwogenen Plan zurückkommen. Es soll ein zweiter Staatssekretär ernannt werden. Es wird wohl der eine der bisherigen „Unterstaatssekretäre“ sein: Heinrich Knappstein. Die Arbeit dürfte zwischen den beiden Staatssekretären nach Sachgebieten so aufgeteilt werden, daß Überschneidungen in der Regel nicht vorkommen werden. Van Scherpenberg, von dessen Versetzung auf einen Auslandsposten zur Zeit nicht gesprochen wird, wird die vier politischen Abteilungen – West I, West II, Osten, Handelspolitik – leiten, Knappstein die vier anderen: Rechts-, Kultur-, Personal- und Protokollabteilung. R. S.