Nach langen. Wochen des Wartens und der Auseinandersetzung über das Für und Wider einer Bundesanleihe und ihrer Bedingungen ist am Wochenanfang die Entscheidung gefallen. Anfang November wird der Bund mit einem Betrag von 300 Mill. DM an den Kapitalmarkt herantreten. Der Zinssatz wird nicht, wie allgemein erwartet wurde, 6 v. H., sondern nur 5 1/2 v. H. betragen. Die Anleihe wird zu einem Emissionskurs von 96,5 ausgegeben und eine Laufzeit von zwölf Jahren haben. – Die Ausstattung der Anleihe, die nicht so günstig ausgefallen ist wie erwartet, deutet darauf hin, daß die Bundesbank der künftigen Entwicklung auf dem Kapitalmarkt, insbesondere auf dem Rentenmarkt, mit einigem Optimismus entgegensieht.

Die Südafrikanische Union wird in naher Zukunft ihre Währung auf eine neue Grundlage stellen. Vom 2. Februar 1961 an wird das Pfund Sterling aufgegeben und werden neue Münzen auf der Basis des Dezimalsystems eingeführt werden. Die neuen Münzen sollen „Rands“ und „Cents“ heißen, wobei ein „Rand“ gleich zehn Schilling sein wird.

Marokko hat sich endlich entschlossen, die Konsequenzen aus der vor zehn Monaten durchgeführten Abwertung des französischen Franc zu ziehen und sich aus der währungspolitischen Isolierung zu befreien. Marokkos Währung ist um 20,44 v. H. abgewertet worden. Wie in Frankreich wird es in Zukunft auch in Marokko eine neue Währungseinheit geben, „Dirham“ genannt, der 100 marokkanischen Francs entspricht. Der Dirham ist von Frankreich anerkannt und sein Wechselkurs auf 1 Dirham gleich 97,56 (alte) französische Francs (0,9756 neue Francs) festgesetzt worden.

Jeder achte Einwohner der Bundesrepublik wird Im Jahre 1965 glücklicher Besitzer eines Kraftwagens sein. Diese Prognose stellte die Vereinigung betrieblicher Marktforscher Deutschlands auf. Sie schätzt, daß sich der Bestand von Personenkraftwagen von 3,688 Millionen Mitte dieses Jahres auf 7,1 Millionen im Jahre 1965 steigern wird. Das bedeutet eine Zunahme um 93 v. H.

Norwegen will im November an den abschließenden Verhandlungen der sieben Länder über den Vertrag für die Kleine Freihandelszone teilnehmen, obwohl sich Großbritannien nach wie vor weigert, die Zölle für die Einfuhren norwegischer Fischprodukte zu senken. Handelsminister Skaug machte aber deutlich, daß Norwegens Haltung gegenüber einer Kleinen Freihandelszone letztlich von einer positiven Entscheidung dieses Problems abhängen werde.