R. S. Bonn, im November

Die Deutsche Partei lehnt die ihr zugemutete Fusion mit der CDU ab. Sie will ihr eigenes Gesicht bewahren. Der Bundesausschuß hat den Landesverbänden hierin recht gegeben, während die Bundestagsfraktion noch schwankt. Drei oder vier Abgeordnete sollen besonders unentschlossen sein. Ihnen wird nachgesagt, daß sie lieber heute als morgen zur CDU gingen. Damit könnten sie vermutlich ihre eigene Rückkehr in den nächsten Bundestag sicherstellen. Ob sie freilich auch ihre Wähler mitbrächten?

Daß die Frage, ob die Wähler ihren Grenzgängern folgen werden, der CDU vielleicht doch noch zu denken geben könnte, ist wohl die nicht ausgesprochene Hoffnung der Standfesten in der Partei. Sie glaubten, auch der Bundeskanzler werde schließlich lieber eine kleine, ihm ergebene Partei am Leben lassen, als vielleicht einen Teil ihrer Wähler in andere Lager abschwirren zu sehen. Die Äußerung Dr. Adenauers zu einem Geldgeber aus Niedersachsen, er möge doch der DP, wenn sie sich gegen die Fusion sträube, den „Gashahn“ abdrehen, also die Geldmittel sperren, berechtigt kaum zur Hoffnung auf, Toleranz. Ist die CDU nicht stark genug, um solcher Drohungen entraten zu können? Sollen in einer Lebensfrage für eine Partei Geldgeber das letzte Wort haben? Und wenn dem so ist – wo fängt dieser Einfluß an, wo hört er auf?