Die zweiteilige Kapitalerhöhung der Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk AG (Essen) um zunächst 32 Mill. DM und um weitere. 115 Mill. DM auf 575 Mill. DM wurde von der Hauptversammlung mit großer Mehrheit gebilligt. Die Erhöhung um 32 Mill. DM betrifft nur die Vorzugsaktionäre und erfolgt gegen Sacheinlagen, wie z. B. Erwerb der Braunkohlenbergwerk Neurath AG und der Abrundung von Beteiligungen. Die Erhöhung um 115 Mill. DM betrifft alle Aktionärsgruppen im Verhältnis 4:1 zu einem Ausgabekurs von 150 v. H.

Vorstandsmitglied Dr. Greinert gab bekannt, daß das RWE die Beteiligung an Neurath nicht behalten, sondern an die Rheinische AG für Braunkohlenbergbau und Brikettherstellung übertragen wird. Rheinbraun wird dann auf Grund des Umwandlungsgesetzes noch in diesem Jahr die Neurath AG aufnehmen. Über das Abfindungsangebot für die außenstehenden Aktionäre kann erst etwas gesagt werden, wenn das Gutachten der Wirtschaftsprüfer vorliegt. In der Diskussion gab Dr. Greinert zu verstehen, daß voraussichtlich ein Umtauschangebot in Aktien des RWE gemacht wird. Die Frage des Vertreters der Schutzvereinigung, in welchem Verhältnis die Aktien bei der schon abgeschlossenen Transaktion umgetauscht worden seien, wurde nicht beantwortet, da es sich um verschiedene Transaktionen handelt, die z. B. auf Dreiecksbasis durchgeführt worden sind. Zu dem künftig zu erwirtschaftenden Dividendenbetrag erklärt Dr. Greinert, daß er sich bei einem Dividendensatz von 12,5 v. H. von jetzt 78,6 Mill. DM einschließlich Steuern um rd. 40 v. H. 110,3 Mill. DM erhöhen wird, wenn das zu bedienende Kapital nach der Aufstockung 575 Mill. DM beträgt.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Abs erklärte eindeutig, daß die eine Ausgabe von Zusatzaktien nicht mehr vorgesehen ist. Zur Begründung wies Dr. Abs darauf hin, daß erstens die Reserven des RWE nur 50 v. H. des Aktienkapitals erreichen, zweitens diejenigen der Tochtergesellschaften in diesem Zusammenhang nicht berücksichtigt werden können, daß drittens der Aktionär durch Gratisaktien weder reicher noch ärmer werde und außerdem eine Dividendenkürzung hinnehmen müsse. Nach Meinung des Vertreters der Schutzvereinigung, Dr. Will, ist eine Ausgabe von Gratisaktien im Verhältnis 2:1 oder 3:1 aber durchaus möglich. Das RWE habe nach Durchführung der Kapitalerhöhung bei Absetzung der Lastenausgleichsabgabe offene Reserven von 360 Mill. DM und die Tochtergesellschaften solche von 225 Mill. DM. Die Sonderabschreibungen entsprechen nach Ansicht Dr. Willi beim RWE einem Eigenkapital von 295 Mill. DM und bei den Töchtern einem Eigenkapital von 200 Mill. DM. Es ständen also insgesamt mehr als eine Milliarde DM zur Verfügung. Dr. Will meinte, daß sich der niedrige Bezugskurs von 150 v.H. vorwiegend aus den Interessen der Großaktionäre (Kommunen) erkläre und die These bestätige, daß bei Gesellschaften mit Großaktionären hohe Bezugskurse nicht zu erwarten sind. V. D.