Der Luxus von heute ist das Konsumgut von morgen. Diese in den letzten Jahren so häufig gemachte Erfahrung, wird auch eine bei uns gegenwärtig noch selten anzutreffende, in den USA jedoch längst bewährte Haushaltsmaschine bald populär sein lassen: die Tiefkühl- oder Gefriertruhe.

Diese größere Schwester des Eisschranks ist ganz und gar ein Kind unserer Zeit. Modern in jeder Hinsicht, bedeutet sie der Amerikanerin geradezu eine Voraussetzung ihres Küchenalltags. In der Tat wäre die Revolution des Speisezettels und die so sehr viel Zeit sparende Rationalisierung des Einkaufs in den USA gar nicht denkbar ohne zeitgemäße Hilfmittel. Der „Freezer“ ersetzt weitestgehend die Speisekammer und macht es möglich, mit ein bis zwei Einkaufsgängen wöchentlich auszukommen. 15 bis 20 Grad Kälte erlauben, auch verderbliche Lebensmittel beliebig lange aufzubewahren und alles das im Hause zu haben, was bei uns jeweils „frisch“ geholt werden muß.

Vor allem aber gestattet die Frosttruhe die Umstellung auf Tiefkühlkost, die sich in Amerika bereits solcher Beliebtheit erfreut, daß beispielsweise im abgelaufenen Jahr der

Durchschnittsverbrauch pro Kopf der Bevölkerung bei 30 Kilo angelangt war, während er bei uns nicht viel mehr als ein halbes beträgt. Doch auch hierzulande wächst das Angebot tiefgekühlter Herrlichkeiten laufend an. Neben jeder Art von Sommerobst und Gemüse gibt es bereits tiefgefrorene Kartoffelklöße, Pürrees, Zwetschenknödel, feine Fischgerichte, vorgebratene Hähnchen und vieles andere.

Was tiefgekühlt eingekauft wird, ist gesäubert und vom Abfall befreit. Selbstverständlich wird nur das Beste für den ja nicht billigen Konservierungsprozeß verwandt. Und viele Monate nach dem Einfrosten entfalten die völlig geruchlosen Lebensmittel noch ihre natürliche Frische und wirkt die Kraft ihrer Vitamine. Dank der Tiefkühltruhe ißt die Amerikanerin heute dreimal so viel feine Salate wie 1920. Und der Verbrauch an Gefrorenem stieg in der gleichen Zeit um mehr als das Vierzigfache!

Außer ihren Gefriertruhen, die in der Haushaltsgröße von 140 bis 200 Liter zwischen tausend und dreizehnhundert Mark kosten, stattet die deutsche Industrie auch ihre neuen Eisschränke mit Tiefkühlfächern bis zu dreißig Liter Inhalt aus. Besonders interessant erscheint uns ein Kunststoffkühlschrank, der nicht größer als ein normaler 130 Literschrank ist, dabei aber ein 170 Liter Kühlschrankteil und ein 30 Liter Tiefkühlfach enthält. Allerdings kostet diese Konstruktion ebensoviel wie eine Gefriertruhe! W.