Nun streitet sich das Publikum seit zwanzig Jahren, wer größer sei: Schiller oder ich, und sie sollten sich freuen, daß überall ein paar Kerle da sind, worüber sie streiten können.

Goethe zu Eckermann

Schiller 1859

„Weshalb wäre ich aus Hamburg entflohen? MeineHerren, weil Hamburg verrückt geworden ist! – Man hat mir meine Vaterstadt auf den Kopf gestellt, und meine besten Freunde sind toll geworden. Der Senat lernte das Lied an die Freude auswendig und wird es auf dem Jungfernstiege abgesungen haben. In der Börsenhalle übten die Wechselsensale Wallensteins Lager mit verteilten Rollen ein; mir hat man den Vorschlag gemacht, im Athenäum in einem lebenden Bilde einen toten Nadowessier darzustellen und in der Lesehalle ein Gedicht mit der Überschrift ‚Das verschleierte Gemälde in Sais‘ zu deklamieren – da bin ich abgereist.“

Der Hamburger Großkaufmann George Daniel Knackstert in Wilhelm Raabes „Der Dräumling“.

Fernseh-Gemetzel

Die Mehrzahl der Quiz-Sendungen im amerikanischen Fernsehen, so hat sich herausgestellt, war vorher abgesprochen. Jetzt, da die Gerichte in die Praktiken der Studios hineinleuchten und auch Präsident Eisenhower sich vernehmen ließ („Eine Schande, daß dies dem amerikanischen Publikum angetan werden konnte!“), breitet sich – besonders bei der CBS – eine Ehrlichkeitswelle aus. Direktor. Stanton will alle „Täuschungen“ des Publikums abschaffen, auch falsches Gelächter und falschen Applaus. Dazu die Kritikerin Marie Torre von der New York Herald Tribune: „In den Wildwest-Programmen werden sie schließlich noch richtige Munition verwenden. Es soll uns nur recht sein.“