Die Mitglieder der französischen Währungsgemeinschaft wollen wirtschaftliche Bewegungsfreiheit

J. K. Paris, Anfang November

Seit dem zweiten Weltkrieg, hat das, was man bis 1957 die „Union Française“ nannte und jetzt die „Communauté“ nennt, eine ununterbrochene Entwicklung durchgemacht. Zahlreiche Schutzmacht- und Kolonialgebiete sind vollständig oder teilweise unabhängig geworden. In dem der politischen „Gemeinschaft“ entsprechenden währungspolitischen System das „Franc-Zone“ genannt wird, verlief die Entwicklung – die noch nicht abgeschlossen ist – weniger dramatisch. Das frühere strenge Währungssystem der Franc-Zone, in welchem Paris durch den Zentralrat der Bank von Frankreich und das „Währungskomitee der Franc-Zone“ die Alleinherrschaft ausübte, hat einem geschmeidigeren System Platz machen müssen.

Zur Franc-Zone gehören heute außer der französischen Metropole das Fürstentum Monaco, Algerien, ferner drei völlig unabhängige Staaten (Marokko, Tunesien und Guinea) sowie vier überseeische Departements, die unabhängigen Republiken der französischen Gemeinschaft im „Schwarzen Afrika“, Madagaskar und die beiden ehemaligen Mandatsgebiete Togo und Kamerun. (Das Saarland war bis im Juli dieses Jahres ebenfalls Mitglied der Franc-Zone.)

Eine einheitliche Währung haben diese verschiedenen Staaten und Gebiete nie gehabt. Der Wirrwarr der verschiedenen Währungen ist in letzter Zeit aber noch größer geworden. Der „Afrika-Franc“, der im „Schwarzen Afrika“ und auf Madagaskar zirkuliert, ist zwei „Metropol-Franc“ wert. Bis zur letzten französischen Abwertung hatten wenigstens der tunesische, der marokkanische und der „Metropol-Franc“ denselben Wert. Auch das hat sich geändert. Der tunesische Franc hat, da Tunesien die Abwertung bisher nicht mitgemacht hat, einen Wert von 1,17 Metropol-Francs; der marokkanische Franc ist seit seiner Abwertung dagegen nur noch 0,975 Metropol-Franc wert.

Warum Franc-Zone?

Diese Währungsunterschiede brauchen an sich das Funktionieren der Franc-Zone noch nicht zu erschweren; auch die Sterlingzone kennt für zahlreiche Sterling-Währungen unterschiedliche Kurse. Indessen können bei unrealistischen Kursen Störungen eintreten. Das war nach dem Krieg beim indochinesischen Piaster der Fall; und eines der Prinzipien einer Währungszone, nämlich die freie Austauschbarkeit oder Konvertibilität der Währungen ihrer Mitglieder, mußte während langer Jahre aufgegeben werden. Die gleichen Störungen sind seit Beginn dieses Jahres auch im Zahlungsverkehr mit Tunesien und Marokko eingetreten und haben zu einer Einschränkung der Konvertibilität geführt.