G, Hamburg,

Was ein einzelner, wenn er nur recht stark und entschlossen die Trommel rührt, auch heute noch an gutem Werk auf die Beine stellen kann, das zeigte sich jetzt in der alten Hansestadt Hamburg. Der die Trommel rührte, war der Bankier Eric Warburg‚ und das Werk präsentierte sich am Wochenende stattlich und eindrucksvoll dem festlichen Einweihungspublikum: ein Studentenhaus.

Der Bau des Elsa-Brandström-Hauses draußen in Blankenese – eines neuen Heimes für 68 Studenten und Studentinnen – wurde zur guten Hälfte durch Hamburger Kaufleute und Firmen finanziert. Eric Warburg war, als „Bittsteller in anderer Namen“, in den Comptoirs der City erschienen und hatte der schlummernden Gebefreudigkeit sozusagen den erlösenden und weckenden Dornröschenkuß gegeben. Ergebnis: Einige hunderttausend Mark, auf den Tisch des Hauses...

Jeder zweite Bewohner des neuen Studentenheimes wird aus der Zone kommen – von drüben, wo die Menschen sich daran gewöhnen mußten, daß alle Initiative vom Staat auszugehen habe.

Der Ruf nach dem Staat (auch unseren Ohren recht vertraut) wurde im Falle des Elsa-Brandström-Hauses nicht – oder nur ganz leise, einen Zuschuß betreffend – erhoben. Ausnahme oder Vorbild?